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Kaarst
Papierkünstler Marchetto zeigt "bewegte Cartoons"

Kaarst. Er ist schon in Las Vegas aufgetreten und in New York, er begeisterte Königin Beatrix und Prinz Charles. Und wer glaubte, alle Kleinkunst-Genres seien bereits auf der Bühne des Albert-Einstein-Forum zu bewundern gewesen, weiß nun, dass er sich geirrt hat. Ennio Marchetto aus Venedig hatte 34 Kostüme mitgebracht, die eine Gemeinsamkeit haben: Sie bestehen aus Papier und werden mit Klettverschluss zusammengehalten. Dass der Verwandlungskünstler die Menschen so begeistert, liegt wohl daran, dass er es mit einfachen Mitteln schafft, Berühmtheiten dieser Welt zu verkörpern. Für das deutsche Publikum schuf er die Illusion, Angela Merkel, Udo Lindenberg, Heino und Helene Fischer wären live und in Farbe mit dabei.

Der Mittfünfziger mit der Figur eines 25-jährigen Balletttänzers ist Pantomime, Parodist - und Verwandlungskünstler. Seine "Kleidung", die er bisweilen im Minutentakt wechselt, besteht aus Pappe und Papier. Es sind bewegte Cartoons, die er auf die Bühne bringt. Den Figuren, die er verkörpert, verleiht er durch Mimik, Gestik und seinen Bewegungen Authentizität. Die Kostüme sind von ihm so ausgeklügelt fabriziert worden, dass eine Verkleidung mitunter für bis zu drei unterschiedliche Personen steht - die Rollenwechsel erfolgen in atemberaubendem Tempo. Ein Beispiel: Da taucht die englische Königin auf mit großer Geste - plötzlich reißt sich Ennio Marchetto den Hut vom Kopf, wirft die (ebenfalls aus Papier bestehende) Handtasche weg und greift zu einer Maske mit schwarzem Schnäuzer und vorstehenden Schneidezähnen - und schon ist der Venezianer unverkennbar der legendäre Freddy Mercury. Zu den schnellen Rollenwechseln kommt ein enormes Maß an Spielfreude. Lichtgestalten der letzten fünf Jahrzehnte schienen sich die Klinke in die Hand zu geben, untermalt mit Musik, die ebenso passte wie jedes Teil der Papp- und Papierkostüme.

(barni)
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