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Kaarst
Papp-Objekte aus Neuss, Malerei mit isländischem Einschlag

Kaarst: Papp-Objekte aus Neuss, Malerei mit isländischem Einschlag
Michael Kortländer (r.) und Jón Thor Gíslason stellen gemeinsam in der Galerie Splettstößer aus. FOTO: Anja Tinter
Kaarst. Die beiden Künstler sind keine Unbekannten - nicht in der Kaarster Galerie noch in der Region. Aber weder Michael Kortländer noch Jón Thor Gíslason haben sich als Künstler völlig neu erfunden. Trotzdem ist einiges neu an ihren Werken. "It has to change" heißt ihre Ausstellung in der Galerie Splettstößer, die dort auch die erste des Jahres ist.

Michael Kortländer aus Neuss arbeitet mit Pappe. Den Karton, den er aus einer Düsseldorfer Fabrik bezieht, schichtet und leimt er. Dann behandelt er die Oberfläche mit Leinöl. Auf den ersten Blick erinnern die Oberflächen an etwas Metallenes. Ein Seitenblick macht jedoch die Struktur der Wellpappe sichtbar. Neben einigen großen Wandobjekten präsentiert der 63-Jährige auch kleinere Arbeiten auf zwei großen Tischen.

Neu ist dabei, dass der Künstler ganz auf Farbe verzichtet, das Leinöl muss als Finish genügen. Er sieht in diesen kleineren Arbeiten keine reinen Bozzetti: "Man kann sich diese Objekte zwar auch sehr monumental vorstellen, sie können aber auch für sich allein stehen." Sie sind in der Regel zweiteilig und sorgfältig austariert und fragil - und stützen sich gegenseitig. Geometrische Architekturformen überwiegen, aber es gibt auch Formen ohne Ecken und Kanten - auch bei den größeren Wandarbeiten: Ein Exponat wirkt wie eine Knospe, die jeden Moment aufzugehen scheint.

Jón Thor Gíslason stammt aus Island. Der 58-Jährige lebt und arbeitet in Düsseldorf, aber seine Heimat bleibt in seinen Bildern ablesbar. Sie werden heller, Weiß hat an Bedeutung gewonnen, die Neonfarben sind geblieben, neu ist dagegen der vergleichsweise hohe Grau- und Blauanteil. Er spiegelt das klare, raue Klima Islands wider. Die Figuren lassen Assoziationen zum Elfenglauben, der in Island weit verbreitet ist, zu. Die Malerei ist vielschichtig, Ornamente sind zum Teil übermalt worden, schimmern aber durch. Gíslason zeigt keine Island-Idyllen mit Elfen-Mythos, keine heilen Welt. Schwarze Elemente, die an Graffiti erinnern, wirken ebenso beunruhigend wie die Gesichter der Menschen. Neben Malerei zeigt der 58-Jährige jetzt auch neue Zeichnungen.

Die Ausstellung (Rathausstraße 3) ist bis 19. März zu folgenden Zeiten geöffnet: di, mi, fr 15-18.30 Uhr, do 15-20 Uhr, sa 10-12.30 Uhr sowie nach Vereinbarung.

(barni)
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