| 00.00 Uhr

Kaarst
Parklücken, i-Phones und Veganer

Kaarst. Die Kabarettistinnen Anna Zink und Barbara Ruscher waren zu Gast in Kaarst. Von Rudolf Barnholt

Die eine ganz in Grau, aber keine "graue Maus", die andere klein, aber "oho": Barbara Ruscher und Anka Zink haben zur "Ladies Night" ins Albert-Einstein-Forum geladen. Dabei gingen die beiden Kölnerinnen mit den Männern noch vergleichsweise gnädig um. Das Motto von Barbara Ruscher lautete: "Ekstase ist nur eine Phase". Anka Zink rückte die Diktatur der Dinge in den Vordergrund und brachte Ausschnitte aus ihrem Programm "Sexy ist was anderes".

Barbara Ruscher (46), die große musikalische Blonde, und Anka Zink (58), die kleine Rotbraune, könnten rein optisch unterschiedlicher kaum sein. Sie traten jeweils alleine auf, bei Ruscher, die die Befähigung zum Lehramt hat, stand die feministisch angehauchte Gesellschaftskritik im Mittelpunkt. Es ging um "Bärentöter und Schwerenöter" und um Helikopter-Eltern, die ihre Kids auf der FAZ wickeln, damit sie schon sehr früh möglichst viel Wissen aufsaugen. Von den Einparkkünsten der Frauen hält die 46-Jährige, die auch sehr passabel Klavier spielen und singen kann, offenbar nicht viel: "Wenn Gott eine Frau wäre, wären Parklücken nicht unter 50 Meter lang." Sie amüsierte sich über "bilinguale Analphabeten", die in zwei Sprachen nicht lesen können, und setzte sich intelligent und humorvoll mit Hardcore-Veganern auseinander. Und das Publikum erlebte den ersten Blog eines Kindes aus dem Mutterleib: "Bin noch im Bauch. Draußen schreit eine Frau. Ich muss jetzt raus. Pack' mir ein Stück Mutterkuchen ein."

Die Technik, die den Alltag beherrscht, ist Anka Zinks Thema. In einem ihrer Sketche geht es ebenfalls um Hochschwangere, die sich im Wartezimmer unterhalten. "Was kriegst Du als Nächstes?", fragt die eine. "Wahrscheinlich wieder ein i-Phone", antwortet die andere. Anka Zink, Diplom-Soziologin und als Kabarettistin ein Urgestein, tritt auf der Bühne lässig-souverän auf. Was sie sagt, hat Substanz, kommt aber locker und unangestrengt rüber. Was passiert, wenn eine Frau ihre Handtasche auf den Beifahrersitz legt? Ein Piepgeräusch mahnt, die Tasche anzuschnallen, die Sitzheizung geht an und der Labello in der Tasche schmilzt. Bei Elektrogeräten, hat Zink festgestellt, piept immer irgendetwas. Nur im Wald, so ihre Erfahrungen, kommt dieses Geräusch auch mal nicht von Computerchips, sondern von Vögeln.

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kaarst: Parklücken, i-Phones und Veganer


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.