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Kaarst
Pflanzinseln sollen Mikroklima im Kleinen Kaarster See verbessern

Kaarst. Der Kaarster See braucht sehr viel Zuwendung, um nicht "umzukippen". Am Wochenende nahmen sich Mitglieder des Sportfischervereins die Südseite des Kleinen Kaarster Sees vor. Sie installierten in mühevoller Kleinarbeit eine 50 Quadratmeter große Schwimminsel.

Viele Stunden stand der Vereinsvorsitzende Karsten Silberbach bis zur Brust im Wasser. Unterstützt wurde er von 15 Vereinsmitgliedern. Auch zwei Flüchtlinge aus Syrien, Hosan und Alan, die Interesse am Angeln haben, halfen mit. Gearbeitet wurde teilweise bei strömendem Regen. Die Arbeitsgruppe "Schon-Habitate" setzte grüne Gebilde aus Rasenwaben zusammen, sicherte sie mit starken Kabelbindern und Stahldrähten. Unter den Rasenwaben wurde Sechseckgeflecht angebracht, um den Pflanzen einen sicheren Halt zu geben.

"Wir haben Sumpf- und Feuchtwiesenpflanzen auf der Schwimminsel platziert, insgesamt rund 1100 Pflanzen, darunter viele Seggenarten, Iris, Rohrkolben, Kalmus, Schilf, Binsen sowie Wasserknöterich und Blutweiderich", erklärte Karsten Silberbach. Mit Drahtgeflecht wurde die Schwimminsel rundherum abgesichert. "Gänse und Blesshühner würden das, was wir hier angepflanzt haben, sonst zum Nestbau zweckentfremden", sagte der Vorsitzende. Verankert wurde die neue Schwimminsel mit 2,50 bis sieben Meter langen und 1,6 Zentimeter starken Betonstählen.

Mit den Badegästen, die kamen, als das Wetter am Samstag mitspielte, kamen die Naturschützer nicht in Kontakt: Der Bereich, in dem sie aktiv wurden, steht den Schwimmern nicht zur Verfügung. Er ist bis zu sechs Meter tief. Die einzigen Lebewesen, die sich ruckartig auf der Wasserfläche fortbewegten, waren kleine Wasserläufer. Der Kaarster See ist aber auch Heimat für bisweilen recht kapitale Fische. Die größten Karpfen, die hier gefangen wurden, wogen knapp 30 Kilogramm. Die Schwimminseln entziehen dem Wasser nicht nur Sauerstoff: Sie bieten auch Rückzugsorte, sogenannte Habitate, für Fische und andere Kleinlebewesen. Hinzu kommen Uferbepflanzungen und Totholzeinbringung zur Absicherung der Ruhezonen gegenüber Menschen und Tieren, hier vor allem Hunden.

Eine bepflanzte Insel mit einer Größe von 45 Quadratmetern war bereits vor einem Jahr im kleinen Kaarster See geschaffen worden. Im kommenden Jahr sollen weitere Habitate am Westufer des Kaarster Sees hinzukommen.

(barni)
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