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Kaarst
Politik will Standort Kaarst untersuchen

Kaarst: Politik will Standort Kaarst untersuchen
FOTO: Berns, Lothar (lber)
Kaarst. Damit Kaarst als Wirtschaftsstandort attraktiv bleibt, wollen die Ratsfraktionen in der nächsten Sitzung des Hauptaus-schusses eine Strukturanalyse der Stadt auf den Weg bringen. Die IHK Mittlerer Niederrhein bietet sich als Partner an. Von Susanne Niemöhlmann

In Kaarst ist viel in Bewegung: Mit dem Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept für die Innenstadt sollen die Weichen für die nächsten Jahrzehnte gestellt werden. Im neuen Gewerbegebiet Hüngert beginnen die Bauarbeiten für das neue Ikea-Möbelhaus, dessen bisherige Niederlassung wiederum für andere Pläne frei wird. Da erscheint es sinnvoll, sich einen Überblick über Kaarst als Wirtschaftsstandort zu verschaffen. Die Fraktionen von SPD, Die Grünen, FDP, UWG und FWG haben darum zur nächsten Sitzung des Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschusses (HWFA) am 2. Juni den Antrag gestellt, eine Standortanalyse vorzunehmen. Die städtische Wirtschaftsförderung solle gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer ein entsprechendes Konzept erarbeiten, dieses nach Genehmigung durch den Ausschuss umsetzen und die Ergebnisse wiederum dem Ausschuss präsentieren.

Diese Vorgehensweise ist der CDU zu umständlich. Fraktionsvorsitzender Lars Christoph setzte sich kurzerhand mit Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, in Verbindung. Immerhin hat das Unternehmens-Netzwerk in den vergangenen Jahren immer wieder Standortanalysen für Kommunen in seinem Zuständigkeitsbereich vorgenommen hat, zuletzt 2014 in Neuss und Grevenbroich sowie 2015 noch in Meerbusch. In seinem vom 12. Mai datierten Antwortschreiben weist Steinmetz darauf hin, dass die IHK die Stadt Kaarst für das Jahr 2017 ohnehin auf ihrer Liste hat. "Schließlich stammt die letzte IHK-Standortanalyse aus dem Jahr 2008. Darum möchten wir diesbezüglich im zweiten Halbjahr des Jahres 2016 mit der Stadtverwaltung Gespräche führen, ob Interesse besteht, die Unternehmensumfrage gemeinsam durchzuführen und die Ergebnisse der Standortumfrage gemeinsam zu präsentieren", berichtet Steinmetz und ergänzt: "Wir machen die Analyse aber in jedem Fall."

Die Standortanalyse der IHK ist dreigeteilt. Neben einer Analyse der Wirtschaftsstruktur gehören der Vergleich der jeweiligen Kommune mit Städten und Gemeinden ähnlicher Größe und Struktur anhand verschiedener volkswirtschaftlicher (Erfolgs-)Indikatoren und die Auswertung der Ergebnisse einer Unternehmensumfrage zu mehr als 50 Standortfaktoren dazu. Bei einer gemeinsamen Präsentation stellt üblicherweise ein IHK-Vertreter, in der Regel der Hauptgeschäftsführer, die Ergebnisse vor, eine moderierte Podiumsdiskussion mit dem Bürgermeister beziehungsweise im Falle von Kaarst der Bürgermeisterin und drei Unternehmensvertretern schließt sich an. Aus Sicht der Stadtverwaltung sicherlich erfreulich: Auf sie kämen nur geringe Kosten zu - lediglich eine Beteiligung an den Kosten für die gemeinsame Präsentation, so die Stadt denn Interesse hat. Die IHK erstellt die Analyse, übernimmt die Ausgaben für die Erstellung der Schrift wie Druck und Design sowie für die Moderation der Veranstaltung. Die Kommunen stellen repräsentative Räumlichkeiten und kümmern sich ums Catering.

Aus Sicht der CDU-Fraktion sollte die Stadt dieses Angebot der IHK annehmen. "Die zeitaufwändige und personalintensive Konzeptentwicklung, die von Seiten des Fünfer-Bündnisses angeregt wird, könnte dadurch komplett entfallen", heißt es im CDU-Antrag zur Sitzung des HWFA. Die Christdemokraten hätten sich über den Antrag des Fünfer-Bündnisses geärgert, gibt Christoph auf Nachfrage zu. "Statt die städtische Wirtschaftsförderung noch ein Konzept und noch ein Konzept für die Schublade entwickeln zu lassen, könnte man die Leute einfach ihre Arbeit erledigen lassen. Die sie im Übrigen gut machen", findet er.

Für das Fünfer-Bündnis ist die Standortanalyse nur "ein Baustein in einem Gesamtkonzept der Wirtschaftsförderung für Kaarst". Sie soll dazu dienen, "die wirtschaftliche Grundlage zur Finanzierung der kommunalen Aufgaben in Kaarst gerade in der aktuellen Haushaltslage weiter zu festigen beziehungsweise weiter auszubauen", heißt es im Antrag.

Denn: "Steigende Gewerbesteuereinnahmen sind für die Durchführung der gemeinschaftlichen Aufgaben der Stadt unabdingbar und Voraussetzung für die weitere Verbesserung der Attraktivität des Standortes Kaarst."

Quelle: NGZ
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