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Kaarst
Politik will Zuschüsse für den Sport freigeben

Kaarst: Politik will Zuschüsse für den Sport freigeben
Fließen die Fördermittel, steht der Renovierung der Tennisplätze (hier: Dan Nemes auf dem Platz des DJK Holzbüttgen) nichts im Wege. FOTO: A. Baum
Kaarst. Der Fachausschuss stellt heute Abend voraussichtlich die Weichen für eine Entsperrung städtischer Fördermittel. Von Susanne Niemöhlmann

Die Signale stehen auf Grün: Verschiedene Fraktionen wollen heute Abend in der Sitzung des Sportausschusses für den Vorschlag der Verwaltung stimmen und Fördermittel für den Sport, die vorsorglich eingefroren worden waren, freigeben - für dieses Jahr. Künftig jedoch, so lautet ein weitreichender Konsens, müssten im Dialog mit den Vertretern des Sports mögliche Einsparungen erarbeitet werden. Ein positives Abstimmungsergebnis im Hauptausschuss vorausgesetzt, könnten die Sportvereine zumindest für die Aktivitäten im laufenden Haushaltsjahr die ursprünglich zugesagten Mittel abrufen.

Konkret geht es dabei einmal um jeweils 1000 Euro Zuschuss für insgesamt 24 Tennisplätze im Stadtgebiet, die jetzt im Frühjahr für die beginnende Außensaison instandgesetzt werden. Insgesamt 60.000 Euro Zuwendungen sind für die Jugendpflege in den Vereinen vorgesehen, die Ausbildung neuer Übungsleiter und ihre Tätigkeit sowie die Arbeit der Jugend- und Organisationsleiter, aber auch den Wettkampf- und Leistungssport. Weiter sollen 333 Euro an die Behindertensport-Gemeinschaft Kaarst gehen, der Stadtsportverband (SSV) Kaarst schließlich soll mit 1900 Euro bezuschusst werden. Dieser repräsentiert nach eigenen Angaben mehr als 12.500 Sportler, die in rund 40 Vereinen organisiert sind. Diese übernähmen zahlreiche gesellschaftspolitische Aufgaben, heißt es in einer Stellungnahme des SSV, um die die Verwaltung im Vorfeld zur heutigen Sitzung gebeten hatte. "Eine Minderung oder gar ein Wegfall der Zuwendungen würde die Finanzierung der Sportvereine ins Mark treffen", wird in dem vom SSV-Vorsitzenden Axel Volker unterzeichneten Schreiben angeführt. Die Zuschüsse für den Sport, rund 88.000 Euro, machten einen Anteil von etwa 0,09 Prozent am gesamten städtischen Haushalt aus, rechnet Volker dort vor, "damit ist im Notfall keine Rettung möglich". Seit Jahren seien die städtischen Zuschüsse ohnehin auf demselben Niveau, die Kosten für die Vereine aber stiegen, sagte Volker gestern auf Nachfrage. Die Stadt könne nicht mit dem Marketingfaktor "Sport" werben und dann Zuschüsse beschneiden - zumal in einer Situation, in der die Vereine durch die Belegung von Sporthallen durch Flüchtlinge besonders beansprucht würden.

"Wir haben immer betont, dass ein Kahlschlag im Bereich des Sports mit uns nicht zu machen ist", betont Lars Christoph, Vorsitzender der CDU-Fraktion, der in Bezug auf etwaige Einsparungen auf den Dialog mit dem "Partner" Sport setzt. "Auch wenn die Stadt bei ihren Zusagen verlässlich sein sollte, sollte man gemeinsam mit den Vereinen über eventuelle Kürzungen sprechen", macht der FDP-Fraktionsvorsitzender Günter Kopp deutlich und fordert, es dürfe für die kommenden Jahre "keine Tabus" geben. "Die Haushaltssperre hatte den Zweck, dass jeder Bereich noch einmal genau überprüft wird", erklärt der sportpolitische Sprecher der SPD, Kocay Ekici, "der Vertrauensschutz für 2016 ist okay. Die SPD will nicht, dass der Sport zu kurz kommt." Kaarst und Sport - diese zwei Dinge gehörten zusammen, findet Einar Rassmussen, sportpolitischer Sprecher der Grünen. Bei der Suche nach Einsparpotenzial hofft er auf Vorschläge aus dem SSV.

Quelle: NGZ
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