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Kaarst
Polizisten bringen keine Klarheit im Fall des Lehrers Parusel

Kaarst. Im Prozess gegen einen Musiklehrer aus Kaarst lässt das Urteil zunächst auf sich warten. Am zweiten Verhandlungstag wurden gestern am Landgericht Düsseldorf vier Polizeibeamte als Zeugen vernommen. Der nächste Prozesstag wird in der Schule stattfinden: Das Gericht will in der Realschule in Kaarst eine Reihe von Schülern vernehmen und sich ein Bild von der Situation vor Ort machen. Der Musiklehrer ist angeklagt, weil er nach einem turbulenten Unterrichtstag mehrere Schüler am Verlassen des Klassenraumes nach der letzten Stunde gehindert haben soll.

Der zuständige Richter Rainer Drees hat es nicht leicht: Er versucht herauszufinden, wie dramatisch die Situation im Musikunterricht des angeklagten Lehrers Phillip Parusel wirklich war und ob Straftaten begangen wurden. Das Problem: Es gibt zwar diverse Zeugen, aber sie haben das Geschehen nahezu alle unterschiedlich wahrgenommen.

So war es auch bei den vier Polizeibeamten. Während zwei Polizisten die Situation in der Schule als "entspannt" beschrieben, belastete eine Kollegin den Lehrer. "Er stand im Türrahmen, als wir kamen und hat die Schüler am Verlassen der Klasse gehindert", erklärte die Kripe-Beamtin auch auf mehrfaches Nachfragen des Richters. Etwa zehn bis 20 Schüler seien noch vor Ort gewesen, es habe ein "Durcheinander" geherrscht. Anschließend habe man den Lehrer befragt und auch Schüler vernommen. Die hätten erklärt, sie hätten den Klassenraum nicht verlassen dürfen. Einem Schüler habe der Lehrer sogar das Papier mit seinem Aufsatz in den Magen gedrückt. "Der Lehrer schien das Ganze nicht ernstzunehmen", so die Zeugen, "der meinte am Ende sogar: 'Ist das jetzt eine echte Anzeige?'" Weitere Klarheit sollen die Aussagen weiterer Zeugen bringen. "Wir werden vor Ort in der Realschule etliche Schüler vernehmen", sagte Richter Rainer Drees.

Am darauffolgenden Verhandlungstag vor Gericht sollen die Plädoyers erfolgen und das Urteil verkündet werden. "Ein großer Aufwand für diesen Sachverhalt", musste auch Staatsanwältin Laura de Bruyne einräumen, "aber wenn eine Straftat vorliegt, müssen wir tätig werden."

(mape)
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