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Kaarst
Preis für Klimaschutz mit Tüll und Müll

Kaarst: Preis für Klimaschutz mit Tüll und Müll
Die Kinder der Kita Bussardstraße freuen sich über den Preis, den Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus und Frithjof Gerstner vom RWE überreichten. FOTO: ATI
Kaarst. Stadt Kaarst und Energieversorger RWE zeichnen vier Bewerber-Gruppen für ihr Engagement und gute Ideen zum Umweltschutz aus. Von Susanne Niemöhlmann

Mit leeren Eierpaletten lässt sich prima bauen. Das haben die Mädchen und Jungen in der Städtischen Integrativen Kindertagesstätte Bussardstraße längst herausgefunden und lassen sich von den Papphalterungen, die anderswo achtlos im Hausmüll entsorgt werden, zu fantasiereichen Gebilden inspirieren.

In der Einrichtung mit der kunterbunten Fassade wandert Abfall nicht gleich in die Tonne, sondern wird - sofern nicht vermeidbar - sorgfältig sortiert und möglichst weiterverwertet. Besonders gern als Material zum Basteln und Konstruieren. "Durch die Wiederverwendung werden Ressourcen und Energie geschont", lobt Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus.

Für dieses vorbildliche Verhalten gab's jetzt den RWE-Klimaschutzpreis der Stadt Kaarst. Mit diesem Preis werden Projekte und Engagement zur Förderung von Umwelt und Natur prämiert. Insgesamt zeichneten der Energieversorger und die Stadt vier Kaarster Bewerber-Gruppen aus. Ulrike Nienhaus und RWE-Kommunalbetreuer Frithjof Gerstner überreichten gemeinsam die Urkunden. Das Preisgeld in Höhe von insgesamt 2500 Euro, das der Weiterführung der Projekte zugutekommen soll, stellt RWE zur Verfügung.

Für die Kaarster Bürgermeisterin war es besonders erfreulich, so vielfältige Beispiele für bürgerschaftliches Engagement auszeichnen zu können. "Der Klimaschutz fängt bei jedem Einzelnen an", betonte Ulrike Nienhaus und ergänzte, "nur mit vereinten Kräften können wir unsere kommunalen Klimaschutzziele erreichen." Auch Frithjof Gerstner zeigte sich beeindruckt von den ganz unterschiedlichen Ideen. "Es ist wichtig, schon bei den Kindern mit Umwelt- und Klimaschutz anzusetzen", betonte er. Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro scheint bei der Kita gut angelegt. "Neben der Finanzierung unserer Museumsbesuche wollen wir demnächst ein Projekt starten und aus Euro-Paletten Sitzmöbel für den Außenbereich bauen", berichtet die stellvertretende Kita-Leiterin Sandra Feldbusch. Auch die Herstellung von Papiergarn aus alten Zeitungen oder von Schmuck aus Kunststoffflaschen ist geplant.

Ebenfalls 1000 Euro erhielten die promovierte Biochemikerin Annette Krapp und ihr Nachbar, Schneider Khaled Alkhshen, für ihren Einfall, Obst und Gemüse im Supermarkt künftig in Taschen aus handelsüblichem Tüllstoff zu verpacken. Die sollen die "Hemdchenbeutel" aus Plastik ersetzen, die allein in Deutschland Jahr für Jahr mehr als acht Tonnen Plastikmüll produzieren. "Unser wiederverwertbarer Beutel aus Tüll ist leicht, sehr reißfest und dennoch durchsichtig, so dass die Kassiererin den Artikel sofort erkennt, und kann sogar in der Maschine gewaschen werden", listet Annette Krapp die Vorteile auf. Ein zweiter Preis und 350 Euro gingen an Familie Huppertz für das Engagement, den eigenen Hausbau sowie den Lebensalltag besonders umweltfreundlich und ressourcenschonend zu bewältigen: So hat die Familie einen unterdurchschnittlichen Strom- und Wasserverbrauch und nutzt möglichst Fahrrad, Bus und Bahn statt Auto. Den mit 150 Euro dotierten dritten Preis erhielten Günter und Nils Schwiemann für ihren Ansatz, den privaten Eigenstromverbrauch unter Einbezug der installierten Photovoltaik-Anlage zu optimieren.

Quelle: NGZ
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