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Kaarst
Premiere von "Kunst gegen Bares" unterhält großartig

Kaarst. Alexander Mikliss präsentierte im Albert-Einstein-Forum ein abwechslungsreiches Programm. Von Rudolf Barnholt

"Kapitalistensau" war jetzt kein Schimpfwort im Albert-Einstein-Forum, sondern ein begehrter Titel: Das Konzept "Kunst gegen Bares" wurde zum ersten Mal in Kaarst umgesetzt. Das Besondere daran: Es gab acht Auftritte, zum Schluss konnten die gut 100 Zuschauer entscheiden, welcher davon am gelungensten war, indem sie das entsprechende Sparschwein "fütterten". Zur "Kapitalistensau" wurde die Kölnerin Hildegart Scholten gekürt.

Zwei Akteure aus Kaarst wirkten mit an dem gut dreistündigen Programm: Alexander Mikliss war neben der mondänen Drag-Queen Carry Cassington - dahinter verbirgt sich Ralf Rotterdam - Moderator des Spektakels. Und Andreas Bauer sollte auf Platz zwei kommen. Seine Spezialität: Er macht aus Luftballons kleine, bunte Kunstwerke. Es war ein sehr unterhaltsamer Abend, und wem eine Darbietung nicht gefiel, wusste, dass in spätestens zehn Minuten Schluss sein würde. Es gab aber keinen einzigen peinlichen Auftritt. Laryssa aus Velbert sang zwei ihrer selbstgeschriebenen Balladen und berührte damit die Herzen so mancher Zuschauer. Aber als Hildegart Scholten auf die Bühne kam, übernahm sie blitzschnell die Favoritenrolle. So wie sie stellt man sich die Gustl, die Frau von Herbert Knebel vor. Frech und forsch forderte sie das Publikum heraus, versuchte, ihrem üppigen, in betont altmodische Textilien gehüllten Körper einen Hauch von Sexappeal zu verleihen mit lasziven Posen - einfach umwerfend komisch.

Eng wurde es auf der Bühne, als die zehnköpfige Trommlergruppe "Sandaiko" unter der Leitung von Benjamin Haas aus Korschenbroich auftrat. Sie bearbeiteten die bauchigen Trommeln, die einst als Weinfässer gedient hatten, mit Stöcken, die in mehreren Farben leuchteten; dieser Auftritt sprach Augen und Ohren gleichermaßen an. Dass Nicole Piontek aus Bonn mit ihren Songs auf Platz drei kommen würde, darauf hätte wohl niemand gewettet, als sie auf die Bühne geholt wurde. Sie wirkte extrem schüchtern, meisterte ihren Auftritt aber mit Bravour. Moderatorin Cassy Carrington nutzte die Gunst der Stunde, um den Titel "Leben spüren" aus seiner/ihrer ersten CD "Suite 107" vorzustellen.

Alexander Mikliss gab ebenfalls eine Kostprobe seiner Sangeskünste - er möchte Musical-Darsteller werden. Zum gelungenen Abend trugen auch all jene bei, die nicht zu den Erstplatzierten gehörten. Wladimir Schmidt aus Aachen verblüffte mit seiner Zauberkunst, Dennis Eibel aus Köln spielte gleichzeitig Gitarre und Geige. Keine Frage: Das Format "Kunst gegen Bares" ist spannend. Wer weiß, ob und wann mal einer der Akteure einen ganzen Abend lang sein Publikum im Albert-Einstein-Forum unterhalten wird.

Quelle: NGZ
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