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Kaarst
Projekt Kinderstadtplan verkümmert

Kaarst: Projekt Kinderstadtplan verkümmert
Die sechs Jahre alten Zwillinge Ben und Nik (v.l.) und ihre Mutter Nina Hons konnten den Kinderstadtplan nur mit Mühe finden. FOTO: Georg Salzburg
Kaarst. Vor rund fünf Jahren wurde im Jugendcentrum Holzbüttgen mit viel Enthusiasmus ein Kinderstadtplan für die Homepage der Stadt erstellt. Seitdem hat sich nichts mehr getan. Den Plan gibt es noch, aber er ist veraltet. Von Elisabeth Keldenich

Die Stadt bietet Kindern und Eltern einen eigenen Stadtplan. Zu finden ist er allerdings nur online über einen Link auf der Internetseite der Stadt. "Eine Aktualisierung wäre gedruckt nicht zu leisten",sagt Sandra Orlowski, stellvertretende Leiterin des Jugendcentrums Holzbüttgen, in dessen Mauern der besondere Stadtplan 2010 entwickelt und umgesetzt wurde.

Der damalige Mitarbeiter Peter Lamm hatte die Idee. Mit Hilfe von 500 Schülern der Sekundarstufen I und II ergänzte er bekannte Spielplätze und Jugendeinrichtungen um weitere Lieblingsstellen der Kinder wie zum Beispiel die Rathausarkaden, der Stadtpark oder Eiscafés. Aber auch "Angsträume" (wo Kinder sich zum Beispiel durch Hundegebell unsicher fühlten) wurden abgefragt. Das Projekt wurde von der Stadt finanziert. Eine eigens angestellte Honorarkraft kümmerte sich um den Plan, der mit Hilfe des Kiez-Altas-Systems angefertigt wurde. Dieses System aktualisiert auch automatisch die Online-Version um neue Spielplätze.

2011 war der Plan als "Quintessenz zweijähriger Arbeit", wie Sandra Orlowski es sagt, fertig. Seitdem aber hat sich nichts mehr getan. Zwar haben einige Einrichtungen wie Schulen und Freizeitangebote dauerhaften Wert. Aber "die Informationen zu den Spielplätzen bedürfen einer Aktualisierung, da seit der Erhebung der Daten für den Kinderstadtplanes mittlerweile einige Zeit vergangen ist", sagt Sigrid Hecker, Pressesprecherin der Stadt Kaarst. "Wegen anderer prioritärer Aufgaben war dies jedoch seitens des JC als auch der Stadt bisher nicht möglich", erklärt Hecker weiter.

Christiane Wünsche, Leiterin des JC, weist darauf hin, dass der Grundgedanke zum Kinderstadtplan die "Partizipation von Kindern" gewesen sei: Der Prozess sei somit wichtiger als das Ergebnis. Ihre Kollegin Sandra Orlowski hält einen für jeden nutzbaren Stadtplan sogar für besser: Auf einem "normalen" Stadtplan müssten dann eben noch die Angebote für Kinder und Jugendliche eingezeichnet sein.

Doch wie ist der Plan in der Praxis nutzbar? Nina Hons, Designerin aus Kaarst und wohnhaft in der Stadtmitte, macht mit ihren sechsjährigen Zwillingssöhnen Ben und Nic die Probe aufs Exempel. Auf dem i-Pad ist der Kinderstadtplan nicht abrufbar. Also versucht sie es auf ihrem (neuen) Handy. Nach einigen Schwierigkeiten schafft sie es, den Plan zu öffnen.

Die Suche nach einem Spielplatz gelingt, allerdings kann sie eine stärkere Vergrößerung - um die Straßennamen besser lesen zu können - nur unter weiteren Schwierigkeiten erreichen. Am heimischen Laptop klappt das Vergrößern und Verkleinern auch nicht. "Auf den Plan kann ich mich nicht verlassen", konstatiert sie und ergänzt: "Ich vermisse auch Hinweise auf Fachgeschäfte für Kinder. 2010 hätte ich sie als Neubürgerin gut gebrauchen können!" Sie fasst zusammen: "Der Kinderstadtplan ist ein guter Gedanke, nur die Umsetzung ist schlecht."

Quelle: NGZ
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