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Kaarst
Räume voll Ruhe und Transparenz

Kaarst. Galerie Splettstößer zeigt Werke von Heidtmann und Leineweber.

Brigitta Heidtmann und Norvin Leineweber stellen zum ersten Mal gemeinsam aus. Ihre Exponate in der Galerie Splettstößer im Alten Rathaus Kaarst harmonieren bestens - sie ergeben eine Ausstellung wie aus einem Guss. Und obwohl Farbe eine sehr, sehr untergeordnete Rolle spielt, wirkt die Ausstellung sehr lebendig.

Norvin Leineweber hatte bereits vor zwei Jahren in der Kaarster Galerie ausgestellt. Er nennt seine Arbeiten "Konspekte" - was so viel bedeutet wie "Zusammenschau von Dingen" oder "Gesamtansicht eines Raumes". Leineweber hat an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Günther Uecker studiert, lebt und arbeitet in Aachen. Er zeigt Arbeiten, die Ruhe ausstrahlen aber lebendiger sind, als man aufgrund der Monochronie auf den ersten Blick vermuten würde. Die kristallinen Strukturen im Marmormehl reflektieren das Licht, die cremefarbene Bildfläche erscheint je nach Lichteinfall heller oder dunkler. Eine weitere Raffinesse: Leineweber krümmt und wölbt die Bildfläche, baut hier und da Knicke ein, spielt mit dem perspektivischen Sehen.

Der 50-Jährige baut seine Arbeiten auf einem Holzgerüst auf. Seine Reliefs kippen zwischen flach und tief, verlaufen von der Konkavität zur Konvexität. Erstaunlich, wie der Künstler es schafft, auf das Holzgerüst einen genau kalkulierten Überbau zu schaffen, ohne dass Spuren dieses Prozesses erkennbar werden.

Brigitta Heidtmann hat bei Professor Crumbiegel an der Hochschule Niederrhein in Krefeld studiert. Der Schwerpunkt ihres Designstudiums lag auf Keramik. Ihre mannshohen Räder fallen sofort ins Auge. Sie harmonieren farblich mit den Exponaten von Leineweber. Das Modellhafte, das noch nicht ganz Fertige, sind gewollte Zustände. Die Künstlerin hält den Aufbau bewusst transparent, sie arbeitet unter anderem mit Papier und Gips. Brigitta Heidtmann hat wie Norvin Leineweber eine auf den Raum ausgerichtete Sichtweise. Sie zeigt unter anderem Linolschnitte auf Papier, ebenfalls sehr farbreduziert, außerdem dominieren freie Formen, die kaum Assoziationen mit Gegenständlichem zulassen.

Die Ausstellung ist bis 8. Januar zu sehen, vom 23. Dezember bis 2. Januar nur nach Vereinbarung.

(barni)
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