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Kaarst
Rastplatz und Brunnen
Kaarst. Mit dem Fund an der A 57 können die Historiker erstmals die römische Straße von Neuss (Novaesium) ins Maas-Gebiet punktuell nachweisen und ihren weiteren Verlauf dadurch rekonstruieren. Bisher war lediglich bekannt, dass eine Wegeverbindung existierte.

Doch bei den Grabungen in Kaarst kamen auch weitere spannende Zeugnisse längst vergangener Epochen zutage: So genannte Fundamentstickungen und Pfostenbefunde weisen auf mehrere, teils große Gebäude in der Nachbarschaft der Straße hin, möglicherweise eine Straßenstation, eine Art antiker Rastplatz oder eine Polizeiwache. Und nicht zuletzt legten die Forscher gleich sieben römische Brunnen frei – eine wahre Fundgrube für Archäologen.

Es ist nicht der erste archäologische Fund auf Kaarster Gebiet, immerhin führt die Stadt sich auf den großen fränkischen Kaiser Karl den Großen zurück, der hier in ausgedehnten Wäldern gejagt haben soll. Beim Ausbau des Kaarster Kreuzes 1969 etwa kam ein Gräberfeld aus der Frankenzeit zum Vorschein.

Als die Stadt 2009 wegen der seinerzeit geplanten Autobahnabfahrt für das Gewerbegebiet Hüngert II das Gelände sondieren ließ, wurde eine mittelalterliche Hofstelle angeschnitten (die NGZ berichtete). "Mit Funden war zu rechnen, aber nicht in diesem Umfang", stellt Thomas Vogt klar. Während der LVR die gesamte Grabung dokumentiert, gehen Fundstücke wie Gewandspangen, Keramik und Münzen ans Landesmuseum Bonn.

Quelle: NGZ
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