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Kaarst
"Regiobahn kann auch den Tourismus stärken"

Kaarst. Der Ausbau der Regiobahnlinie S 28 über die deutsche Grenze hinweg, über Viersen bis nach Venlo, und die Umwandlung der Regionalbahn RB 38 in eine S-Bahn - das waren die großen Themen, um die es gestern, bei einem "mobilen Treffen" der Bürgermeisterkandidaten Reiner Breuer (Neuss), Christian Gaumitz (Kaarst) und Klaus Krützen (Grevenbroich) mit Arndt Klocke, Sprecher für Verkehrspolitik der Grünen-Landtagsfraktion, und Hans Christian Markert, Landratskandidat von SPD, Grünen, Die Linke, Piraten und Die Aktive, ging. Von Julia Hagenacker

Mit der S 28 ging es vom Kaarster See aus zunächst zum Neusser Hauptbahnhof und von dort aus mit der RB 38 nach Grevenbroich. Zeit genug also, um gemeinsam zu überlegen, wo sich Kräfte nach der Wahl am 13. September möglicherweise bündeln ließen.

"Die Regiobahn", sagt Reiner Breuer, "ist ein Erfolgsprojekt, und zwar für alle Beteiligten." Neuss hätte deshalb gerne einen zusätzlichen Haltepunkt "Morgensternsheide", die Bürgermeister- und Landratskandidaten plädieren grundsätzlich für einen Streckenausbau. Mit der Streckenverlängerung bis nach Wuppertal sei auf der einen Seite ein Hochschulstandort angeschlossen", sagt Hans Christian Markert. "Mit einer Verbindung bis nach Venlo könnten wir aber nicht nur Studierende in die Niederlande rüber bringen, sondern auch Menschen von dort, die sowie die Weihnachtsmärkte hier besuchen, zu uns holen." Für Christian Gaumitz spielt dabei auch die wirtschaftliche Anbindung eine Rolle. "Wir haben in Kaarst ein 200 000 Quadratmeter großes Gewerbegebiet mit direktem S-Bahn-Anschluss, das wir unter dem Leibild der Nachhaltigkeit erschließen wollen - eigentlich eine ideale Lage", sagt er.

Gegen die Streckenverlängerungspläne bis nach Venlo stemmt sich derzeit die Stadt Mönchengladbach. "Vor zwei Jahren hat das Land mehr als 30 Millionen Euro für den Ausbau bis nach Wuppertal bereitgestellt, als Maßnahme von besonderem Landesinteresse", sagt Reiner Breuer, der für die SPD, so wie Hans Christian Markert für die Grünen, auch im Landtag sitzt. "Es kommt in Verhandlungen mit dem Bund deshalb auch darauf an, ob diese Mittel auch in der Zukunft regelmäßig zur Verfügung stehen."

Für Klaus Krützen ist die RB 38 von besonderer Bedeutung: "Wir haben in Grevenbroich das Problem, dass wir keine dauerhafte und auf andere Fahrpläne abstimmte direkte Verbindung nach Düsseldorf haben", sagt er. "Pendler können nur früh morgens und abends im Berufsverkehr durchfahren, müssen sonst aber in Neuss umsteigen." Jetzt, sagt der Bürgermeisterkandidat, gebe es bei der Bezirksregierung Köln Überlegungen, die RB 38 im Kölner Bereich zur S-Bahn zu erweitern. "SPD und Grüne fordern seit Jahren, das auch bei uns möglich zu machen. Vom Landrat haben wir dazu bisher immer gehört, dass das nicht machbar ist - unter anderem deshalb, weil die Strecke zwischen Hauptbahnhof und Neuss-Holzheim einspurig läuft." Bisher, so Krützen, habe es immer geheißen, eine S-Bahn müsse zweispurig fahren und elektrifiziert werden. "Die Regiobahn fährt aber schließlich auch mit Dieselloks."

Quelle: NGZ
 
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