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Kaarst
Rita Süssmuth kämpft für Frauen-Rechte

Kaarst: Rita Süssmuth kämpft für Frauen-Rechte
Rita Süssmuth (stehend) diskutierte bei der Frauen-Union. Der Andrang war immens. FOTO: Anja Tinter
Kaarst. Die frühere Bundestagspräsidentin sprach in Kaarst über die Rolle der Frau und die Flüchtlingspolitik. Von Bärbel Broer

Mit einem solchen Andrang hatten die Kaarster CDU und der Frauen Union Stadtverband nicht gerechnet. Rund 120 Frauen - und etwa ein Dutzend Männer - waren am Freitagabend ins Haus Broicherdorf gekommen zum Vortrag der ehemaligen Präsidentin des Deutschen Bundestages, Rita Süssmuth. Ihr Thema: "Ohne Frauen ist kein Staat zu machen."

"Wir hatten maximal 60 Personen erwartet", gab Lars Christoph, Stadtverbandsvorsitzender der CDU, zu und entschuldigte sich bei den vielen Gästen, die im Kneipenvorraum stehen mussten oder eingeengt in der Menge saßen. Die Besucher schreckte dies jedoch nicht ab. Im Gegenteil: Gebannt folgten sie dem Vortrag von Süssmuth, die einen historischen Bogen von den Trümmerfrauen und Flüchtlingsströmen nach dem zweiten Weltkrieg bis hin zur Rolle der Frau in der gegenwärtigen Gesellschaft und den Herausforderungen der aktuellen Flüchtlingspolitik schlug. "Frauen haben schon immer gewusst: Krieg ist das Allerletzte." Indem sie bei manchen der - zumeist älteren - Zuhörer persönliche Erinnerungen daran weckte, wie es ihnen ergangen sein mochte als Flüchtling oder aber als Hausbesitzer, denen Flüchtlinge zugeteilt wurden, weckte sie Verständnis für die Situation der heutigen Flüchtlinge. "Es sind nicht alle Politikverdrossene oder Wutbürger", so die 78-Jährige und rief dazu auf: "Schwierigkeiten sind da, um mit und von Menschen reduziert zu werden."

Wenig Verständnis zeigte sie dafür, dass die Gleichberechtigung von Mann und Frau immer noch nicht gesichert sei. "Gleichwertigkeit war gewollt, nicht aber Gleichberechtigung", so ihr Seitenhieb in Richtung männlicher Politik.

Es seien oftmals die Frauen, die extrem kleine Renten bekämen oder zu erwarten hätten, weil die geleistete Erziehungs- und Pflegearbeit nicht zur sozialen Absicherung führe. Hinzu komme, dass Millionen von Frauen in geringfügiger Beschäftigung keine Kranken- und Sozialversicherung hätten. "Wir brauchen viel mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte", so Süssmuth. "Ich verstehe nicht, warum wir nicht öfter für solche Änderungen auf die Straße gehen."

Quelle: NGZ
 
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