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Kaarst
Rotary hat das Teilen zum Prinzip erhoben

Kaarst: Rotary hat das Teilen zum Prinzip erhoben
Hermann Finken (49) - hier vor der Martinus-Stele - steht 2016/17 als Präsident an der Spitze des RC Kaarst-Korschenbroich. FOTO: Lothar Berns
Kaarst. In Kaarst wurde der Rotary Club 1984 gegründet. Jährlich 25.000 Euro fließen in gute Taten: Rotary bezahlt den Einkauf bedürftiger Familien, fördert Lernprojekte für Kinder und die Integration von Flüchtlingen. Von Ludger Baten

Seit 2010 steht die Martinus-Stele im alten Dorf. Sie zeigt den Heiligen, der seinen Mantel teilt - aber er reicht ihn dem Bettler nicht vom hohen Ross herab, sondern beide Männer begegnen sich auf Augenhöhe. Geschaffen hat das Kunstwerk Elmar Hillebrand, gestiftet wurde es von den Mitgliedern des Rotary Club. Die Botschaften des Geschenks: Erstmals verfügt die Stadt mit ihrer St.-Martinus-Pfarre über eine Darstellung des Namenspatrons, zudem spiegelt sich in der Szene ein rotarischer Grundgedanke: das Teilen als Prinzip der humanitären Gesellschaft.

Wie Lions, Kiwanis oder auch die Soroptimisten zählt Rotary zu den so genannten Serviceclubs, die sich politisch und religiös unabhängig für humanitäre Ziele und Völkerverständigung engagieren. Zum weltweiten Netzwerk Rotarys mit 1,2 Millionen Mitgliedern zählen auch sechs Clubs im Rhein-Kreis. Der RC Kaarst-Korschenbroich wurde 1984 gegründet, ihm gehören 42 Mitglieder an, an deren Spitze Hermann Finken (49), ein aktiver Landwirt von den Weilerhöfen, als Präsident steht. "Mich fasziniert die Vielfalt Rotarys", sagt der studierte Agraringenieur, "Leistungsträger aus allen Berufsgruppen stellen sich in den Dienst der guten Sache und pflegen dabei Freundschaft untereinander." Seit mehr als 20 Jahren gehört Finken dem Club an, der nach eigenen Angaben alljährlich mehr als 25.000 Euro für gute Taten ausgibt.

Das jüngste Club-Projekt liegt dem Präsidenten besonders am Herzen. Alle Kitas und alle Grundschulen im Korschenbroicher und im Kaarster Stadtgebiet erhalten eine Mathekiste. Über 100 dieser pädagogischen Instrumente zur Förderung von mathematischen und naturwissenschaftlichen Erkenntnissen werden noch bis Ende des Jahres übergeben. Am 3. März bitten Rotary und Lions gemeinsam zum Benefizkonzert in die Aula des Gymnasiums Korschenbroich. Die dabei erwartete Spendensumme, 6000 bis 8000 Euro, ist für die Demenzstation des Tabita-Seniorenheims in Kleinenbroich und das Hospitz in Kaarst bestimmt.

Mehr als ein Jahr förderte der Rotary Club zwei syrische Flüchtlinge. Karim und Ronni haben ihren Sprachkursus mit Auszeichnung bestanden und treten ihre Praktikumsstellen bei Ikea und der Rheinland-Versicherung an. "Ein Super-Integrationsprojekt. Wir prüfen, ob wir es mit zwei weiteren Flüchtlingen demnächst wiederholen", sagt Finken. In enger Absprache mit den Sozialämtern finanzieren die Kaarster Rotarier auch den Weihnachtseinkauf von sechs bedürftigen Familien. "Eltern und Kinder legen ihre Wünsche in den Warenkorb. Wir bezahlen", beschreibt Finken die einfache, aber effektive Idee.

Rotary betreibt das weltweit größte privat finanzierte Jugendaustauschprogramm. Der Club aus Kaarst beteiligt sich alljährlich daran. Derzeit geht Jan Blinken auf Kaarster RC-Ticket ein Jahr in Südafrika zur Schule; im Gegenzug lebt Bryan Ramos aus Peru ein Jahr im Rhein-Kreis, lernt Deutsch und Deutschland kennen. "Das ist Rotary", sagt Finken, "eigentlich braucht die Welt mehr Rotary!"

Quelle: NGZ
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