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Kaarst
Sandra Litges erwacht zum letzten Mal als Hoppeditz in Kaarst

Kaarst: Sandra Litges erwacht zum letzten Mal als Hoppeditz in Kaarst
ZuUm Abschied kein bisschen leise: Sandra Litgen bei ihrem letzten Auftritt als "hüpfender Knirps" gestern in der Rathausgalerie. FOTO: Anja Tinter
Kaarst. Die 42-Jährige zieht sich aus Zeitgründen zurück. Gestern schoss sie noch mal spitz gegen die Lokalpolitik und begeisterte das Publikum. Von Dagmar Fischbach

Den großen Knaller hob sie sich bis zum Schluss auf: Hoppeditz Sandra Litgen hört auf. "Meine Zeit als Hoppeditz ist um", verabschiedete sie sich vom Publikum, das mit einem enttäuschten Raunen kommentierte. "Ich gehe nicht, weil es mir keinen Spaß mehr macht", betont Litgen im Gespräch mit unserer Zeitung. "Es sind schlicht zeitliche Gründe. Ich habe Kinder, Haus, Hund - und auch noch einen Beruf."

Die Fotografin führte lange gemeinsam mit ihrem Vater ein Fotostudio in Kaarst. "Mein Vater verabschiedet sich in den Ruhestand. Das bedeutet für mich mehr Arbeit. Deshalb habe ich mich entschieden, als Hoppeditz zurückzutreten", sagt die 42-Jährige. Auch die Kritik an ihrer Rede aus dem vergangenen Jahr sei kein Grund für ihren Rücktritt gewesen. Auch wenn sie sich dadurch im Schlaf gestört gefühlt habe, wie sie in ihrer Rede betonte: "Doch leider war mir dieser von Beginn an nicht gegönnt, und ich hätte dadurch beinahe meine Auferweckung verpennt."

Zum Glück hatte der Hoppeditz es aber doch noch rechtzeitig zum Aufwachen am 11.11. um 11.11 Uhr geschafft. Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus mag ihre Rückzugs-Entscheidung auch noch nicht so ganz akzeptieren. "Darüber gehen wir noch in Klausur", sagte sie in ihrer Konter-Rede. Ihren Abschied nahm Sandra Litgen als Hoppeditz aber kein bisschen leise.

Gewohnt spitz hielt der Hoppeditz nach 275 Tagen Schlaf der Politik den närrischen Spiegel vor, nahm Hunde- und Grundsteuererhöhung ins Visier: "So eine Steuer ist für mich in keinem Fall korrekt, kurzum: Solche Steuern müssen weg!" Denn die Bürger seien ohnehin schon extrem belastet, die Politik messe mit zweierlei Maß: "Ihr stopft Euch mit Euren Diäten die Taschen voll - aber davon haben wir rechtschaffenen Bürger die Nase voll." Doch der Hoppeditz wusste seine Stadt auch zu loben, für Opern im Stadtpark, eine eigene Hymne, den Sieg über Neuss bei den Stadtwetten des Lokalradios ("Das Schönste an diesem Jahr für mich ist, wir haben die Neusser mal so richtig gedisst"), den Karneval und das erste Kinderprinzenpaar nach 18 Jahren: "Die zwei sind so begeistert und mit viel Freude dabei, das sollte Euch alle motivieren, tretet den Kaarster Karnevalsvereinen bei."

Sandra Litgen selbst wird dem Karneval sicher nicht den Rücken kehren. "Den habe ich von meinen Eltern quasi in die Wiege gelegt bekommen. Sie sind immer noch aktiv bei Blau-Gold, und ich bin vom Kaarster Karneval absolut", sagt sie. Und vielleicht lässt sie sich von der Bürgermeisterin ja doch noch mal überzeugen.

Quelle: NGZ
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