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Kaarst
Schützen planen ihre Festtage neu

Kaarst: Schützen planen ihre Festtage neu
Prächtige Blumenhörner und stolze Schützen: Wie im vergangenen Jahr sind die Holzbüttgener auch diesmal mit ganzem Herzen dabei. FOTO: anja Tinter
Kaarst. Zum ersten Mal in der Geschichte der Bruderschaft in Holzbüttgen gibt es in diesem Jahr keinen König. Und vielleicht ist es das letzte Fest zum gewohnten Termin - künftig soll von Freitag bis Montag gefeiert werden. Von Rudolf Barnholt

In Holzbüttgen wird am Wochenende ein Schützenfest gefeiert, wie es so noch nie gefeiert wurde und vielleicht nie mehr gefeiert werden wird: Erstmals in der Geschichte der Bruderschaft fehlt ein Schützenkönig. Und möglicherweise ist es das letzte Schützenfest, das von Samstag bis Dienstag stattfindet. Auf der Jahreshauptversammlung im Januar war nämlich mit großer Mehrheit beschlossen worden, künftig bereits am Freitag mit dem Feiern zu beginnen und das Fest dann bereits einen Tag früher, also am Montagabend, ausklingen zu lassen. Brudermeister Volker Schöneberg weiß, dass es für die Schützen, aber auch für die Besucher immer schwieriger wird, Urlaub zu bekommen, um unbeschwert feiern zu können. Worauf er aber hinweist: "Es ist nicht ganz leicht, das Fest um einen Tag vorzuziehen."

Es seien Sachzwänge zu beachten - so könne der Festgottesdienst frühestens am späten Samstagnachmittag beginnen. Außerdem müssten sich die Musikkapellen darauf einstellen. In Driesch feiere man seit eh und je von freitags bis montags. "Ich kenne aber auch Schützenvereine und Bruderschaften, die zur alten Regelung zurückgekehrt sind", sagt Schöneberg. Eine Arbeitsgruppe ist damit befasst, die von der großen Mehrheit der Schützen gewollte Änderung umzusetzen. Schöneberg hält es aber für wahrscheinlicher, dass die zeitliche Verschiebung nicht bereits nächstes Jahr, sondern erst in 2019 Premiere haben werde.

Ein Schützenfest ohne Königshaus, ist das denn überhaupt sehenswert? Diese Frage liegt nahe, kann aber mit einem klaren Ja beantwortet werden. So gibt es mit Jan Vanderfuhr und Stephanie Eistädt ein Jungschützenkönigspaar, das vor kurzem Nachwuchs bekommen hat. Der 24-Jährige und seine 23 Jahre alte Lebensgefährtin hatten aber nie ernsthaft in Erwägung gezogen, aus diesem Grunde ihre Regentschaft aufzugeben. Simon Bodewitz und Eileen Loch sowie Niklas Wallscheid mit Sandra Geisel stehen ihnen als Ministerpaare zur Verfügung. Das Amt des Jungschützenkönigs wird nicht aufgewertet: Schützen und Besucher sollen schon merken, dass da etwas fehlt. Die Paraden werden kaum weniger glanzvoll sein, mit dabei ist wieder die Reitergemeinschaft Holzbüttgen 1998.

Der Montag kann ohne Königspaar natürlich kein Krönungsabend sein. Man sollte dennoch nicht auf der Terrasse oder vor dem Fernsehapparat sitzen bleiben, denn die Holzbüttgener Schützenbruderschaft hat sich einiges einfallen lassen. Nicht nur, dass die San Fernando Allstars auftreten werden, es gibt darüber hinaus auch noch die Linus-Show. Linus überzeugt mit enormer musikalischer Bandbreite, sorgt für unglaubliche Kontraste und das alles in rasantem Tempo. Das Bundesfanfarenkorps Neuss Furth wird mit seiner Musik daran erinnern, dass es sich um eine Schützenveranstaltung handelt, The Fantastic Company rundet den Abend ab. Wer glaubt, den Holzbüttgener Schützen habe die Tatsache, dass es keinen König gibt, die gute Feierlaune vermiest, der irrt: Sie blicken in die Zukunft. Und dass es am Dienstag einen Königsbewerber für 2018 gibt, gilt als sicher.

Quelle: NGZ
 
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