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Kaarst
Sebastian Pufpaff: Kleinkünstler in großer Form

Kaarst. "Warum" heißt das neueste Programm von Sebastian Pufpaff. "Warum soll ich da nicht hingehen?", dachten sich 550 Zuschauer im Albert-Einstein-Forum. Sie erlebten einen Kleinkünstler, der ganz groß in Form war.

Bei Sebastian Pufpaff ist das, was man den "roten Faden" nennt, ganz, ganz dünn. Er ist mehr der spontane Typ, der gerne von einem Thema zum anderen springt; der es liebt, mit dem Publikum in Kontakt zu geraten und dabei unglaublich schlagfertig ist. Worüber er sich beklagte: "Alles ist irgendwie gut, ich kann mich über nichts aufregen." Da bringe er sich mit 20 bis 30 Espressi in Rage, und der Mann an der Beschwerde-Hotline sei von ausgesuchter Höflichkeit und Hilfsbereitschaft. Pufpaffs "Problem": "Ich wache morgens auf und lächele völlig grundlos."

Die Zuschauer lachten oft und hatten dafür gute Gründe: Sebastian Pufpaff begeisterte mit seinem schrägen Humor, mit seiner überbordenden Fantasie. Die Besucher liebten ihn dafür, dass er am laufenden Band Sätze wie diesen raushaute: "Die meisten an Bulemie Erkrankten würden gerne mit ihrer Familie brechen." Was er unter anderem hinterfragte: "Woher weiß man, dass die Strudelwürmer die dümmsten Tiere sind? Und wie kam die Erkenntnis zustande, dass Goldfische sich nur drei Sekunden zurückerinnern können?" Von den dummen Tieren wechselte er zu den dummen Menschen - zu Jugendlichen, deren Sprache ihn zunächst an die der Indianer am Amazonas erinnerte. Oder zu Teenie-Müttern, denen die Asche von der Zigarette in den Kinderwagen fällt, was aber nicht weiter schlimm sei, weil die Babys selber schon rauchten. Sein Tipp: "Seien Sie unangepasst." Pufpaff empfahl, sich vorzudrängeln - "egal, ob beim Metzger, beim Bäcker oder bei der Methadon-Ausgabestelle". Was ihm zum Thema "Schläge in der Beziehung" einfiel: "Man trifft sich auf Augenhöhe."

(barni)
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