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Kaarst
Seit drei Jahrzehnten im Aldegundisheim

Kaarst: Seit drei Jahrzehnten im Aldegundisheim
Gerade einmal 52 war Rosemarie Adams, als sie 1985 ins Caritashaus zog. Hier fühlt sie sich seither wohl. FOTO: A. Tinter
Kaarst. Nach einem Schlaganfall fand Rosemarie Adams 1985 im Caritashaus ein neues Zuhause. Von Elisabeth Keldenich

Der 19. September 1985 war ein entscheidender Tag im Leben von Rosemarie Adams. Sie zog in das Caritashaus St. Aldegundis an der Driescher Straße in Büttgen - und blieb dort. Nach einem schweren Schlaganfall mit rechtsseitiger Lähmung war die damals 52-Jährige auf Unterstützung angewiesen.

Im Caritasheim fand sie ein echtes neues Zuhause. Von Anfang an nahm sie an allen Veranstaltungen teil. Besonders das Singen bereitet ihr bis heute große Freude. Musikalisch ist Roy Black ihr bevorzugter Interpret. Seine CD "Wer Gefühle zeigt" läuft täglich, und den Titel "Ganz in Weiß mit einem Blumenstrauß" singt Rosemarie Adams trotz ihres eingeschränkten Sprachvermögens lauthals mit.

Selbst ihre Gefühle zu zeigen, fällt ihr nicht schwer. Sie strahlt über das ganze Gesicht, als sie ihre Ansprechpartnerin Annemarie Wiebusch sieht. Wiebusch kümmert sich seit 28 Jahren um ihren Schützling. "Mir ging es persönlich gut und ich wollte etwas zurückgeben", erinnert sie sich. Durch einen Aufruf im Pfarrbrief wurde sie auf eine ehrenamtliche Tätigkeit im Seniorenheim aufmerksam. Bertram Büchel, Leiter des sozialen Dienstes, machte sie dann mit Rosemarie Adams bekannt. Zunächst besuchte Annemarie Wiebusch die Heimbewohnerin jeden Samstag, inzwischen so oft, wie es ihre Zeit erlaubt.

Sie übernimmt kleine Einkäufe und kümmert sich um alle Belange des täglichen Lebens. "Ich ahne alle positiven und negativen Stimmungen von Frau Adams", sagt Wiebusch schmunzelnd. Die beiden Frauen sind ein eingespieltes Team geworden, das sich auch ohne viele Worte versteht. Adams sei frei von jeglichen Ängsten, so Wiebusch. "Das liegt am Gefühl der großen Gemeinschaft, die sie hier im Haus erlebt", erklärt sie. Alle Mitarbeiter kümmerten sich sehr gut um Adams. Sie nimmt mit Freude am Gottesdienst teil, und falls das nicht geht, bringt ihr Pfarrer Wilfried Auel die Kommunion. "Sie erlebt eine umfassende Seelsorge", so Wiebusch.

Das Zimmer ist liebevoll eingerichtet und mit zahlreichen Erinnerungsstücken geschmückt. Puppen und Stofftiere fehlen auch nicht. "Alles muss immer seinen festen Platz haben", erläutert Wiebusch die Lebensgewohnheiten ihres Schützlings. Deshalb bleiben der Schokonikolaus und die Zimtsterne vom vergangenen Fest noch stehen. Viele Fotos geben Zeugnis von den früheren Aktivitäten: Ob im Karneval, bei Ausflügen oder auf Urlaubsreisen ins Münsterland - auf allen Bildern ist Rosemarie Adams lachendes Gesicht zu sehen. Gerne unternimmt sie kleine Spazierfahrten mit dem Rollstuhl. "Wenn es das Wetter zulässt, gehen wir Fronleichnam mit der Prozession", erzählt Wiebusch. Die bevorzugte Leibspeise von Adams ist übrigens Sahnetorte. "Deshalb freut sie sich immer besonders auf die Caféteria im großen Saal am ersten Mittwoch im Monat", sagt Wiebusch lachend.

Quelle: NGZ
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