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Kaarst
Seit zehn Jahren gibt es Literatur im Café

Kaarst. Ille Mularski, Elisabeth Hoheisel und Ulrich Caspers begeistern die Zuhörer beim Literaturcafé. Von Elisabeth Keldenich

Vor genau zehn Jahren hatte Ille Mularski (85), Lehrerin im Ruhestand, die Idee, mit einer literarischen Veranstaltung das Kunstcafé Einblick zu unterstützen. In Elisabeth Hoheisel (57) und Kerstin Pferdmenges fand sie sofort begeisterte Mitstreiter. Seit letztere 2015 krankheitsbedingt ausscheiden musste, unterstützt der ehemalige Pfarrer Ulrich Caspers (70) die beiden Damen.

Mularski schreibt zunächst ein Manuskript zu einem Autor der europäischen Klassik. "Von Anton Tschechow über Friedrich Dürrenmatt bis hin zu Victor Hugo und Johann Wolfgang von Goethe war schon alles dabei", erzählt sie vor Beginn der Veranstaltung am Donnerstagabend, die Heinrich Heine mit dem Titel "Ein Wintermärchen - und Apfeltörtchen" gewidmet ist. Acht bis zehn Wochen braucht Mularski bis zur Fertigstellung des Manuskripts, das in einer Art erweiterter Biografie Werk und Person des jeweiligen Dichters vorstellt.

Außerdem untersucht sie seine Wirkung in der Gegenwart. Eingeflochten werden Originalzitate, die jedoch nur zehn Prozent des gesamten Textes ausmachen. Um einen reibungslosen Ablauf der szenischen Lesung zu gewährleisten, treffen sich Mularski, Hoheisel und Caspers zu mehreren Proben, bei denen gegebenenfalls das Manuskript verbessert wird. Die Resonanz des überwiegend älteren Publikums ist durchweg positiv. "Viele kennen die Zitate noch aus der Schule, genießen so manches Aha-Erlebnis und können Texte mitsprechen", sagt Mularski. Ihr ist inzwischen fast jeder Besucher vertraut. Hoheisel wurde sogar schon in ihrem Wohnort Düsseldorf auf die Lesungen angesprochen. Bei jeder der durchschnittlich zwei Mal im Jahr stattfindenden Veranstaltungen kommt eine dreistellige Summe zusammen, denn das Getränke- und Speiseangebot des Kunstcafés wird gut angenommen. "Wir danken Brigitte Albrecht, der ehrenamtlichen Geschäftsführerin des ,Einblick', für das nette Herrichten des Cafés", betont Mularski.

Auch brenzlige Situationen wurden gemeistert: Ein Mal musste der Abend kurzfristig nur von zwei Vortragenden bestritten werden, ein anderes Mal zerstörte eine Frau durch ihr Gelächter den Ruf des Gevatter Tod nach "Jedermann". Positiv sind dagegen die zahlreichen Blumenpräsente, die die engagierten Vorleser schon erhielten.

Quelle: NGZ
 
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