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Kaarst
Sensibler Politiker will Karriere machen

Kaarst: Sensibler Politiker will Karriere machen
Sven Ladeck ist in einer christdemokratisch geprägten Familie aufgewachsen. Außerhalb der Politik engagiert sich der Jurastudent in der Kirche. FOTO: A. Tinter
Kaarst. Verantwortung übernehmen, mitgestalten und helfen - das waren früh die Gründe für Sven Ladeck, sich in der CDU zu engagieren. Von Bärbel Broer

Sein Terminkalender war in den vergangenen Wochen besonders voll. Denn Sven Ladeck, Vorsitzender der Jungen Union (JU) und stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender in Kaarst, ist nicht nur politisch aktiv. Auch in seiner Kirchengemeinde St. Martinus und bei den Schützen ist der 25-Jährige stark engagiert. Erst kürzlich wurde er zum Bezirksvorsitzenden der JU Niederrhein gewählt und tingelte dafür durch unterschiedlichste Orte am Niederrhein. Zudem wurde er Jungschützenkönig beim Schützenfest in Büttgen. Und als ob das noch nicht genug wäre, ist der Jura-Student darüber hinaus Pfarrgemeinderatsmitglied und ehrenamtlich stark engagiert. Hobbys außer Partei und Kirche habe er keine, sagt er.

Bereits mit 14 Jahren wusste er, dass er Mitglied der CDU werden wollte. "Doch da fühlte ich mich noch zu jung", so Ladeck. 18-jährig trat er der JU bei. "Als ich mit der JU in Hamburg war, hat mir die Gemeinschaft sehr gut gefallen", erzählt Ladeck, der auch in einer christdemokratisch geprägten Familie aufgewachsen ist.

Verantwortung übernehmen, mitgestalten und helfen - das waren schon früh seine Ziele. Begeistert erzählt er, sobald von der JU die Rede ist: "Wir haben eine große Offenheit dort." Es sei zudem ein guter Freundeskreis entstanden, mit dem er gerne Zeit verbringe, um auf der Niers zu paddeln, Partys zu feiern oder zu Dombesichtigungen zu fahren. "Wenn ich heute eine Truppe von fünf, sechs Leuten bräuchte, weiß ich, die würden mir sofort zur Seite stehen. Für mich ist das größte Erfüllung und Freude", sagt er.

Nachdenklich wird er, sobald vom Kaarster Rat die Rede ist. Der Umgang mancher Kommunalpolitiker untereinander stört ihn sehr: "Was derzeit im Rat passiert, ist schlimm für junge Menschen." Die Fronten hätten sich sehr verhärtet, und zu schnell würden Politiker in die rechte oder linke Ecke gestellt. Seit dem Ausscheiden des ehemaligen Bürgermeisters Franz-Josef Moormann (CDU) und der SPD-Politikerin Elke Beyer aus dem Stadtrat herrsche kein gutes Klima mehr. "Ich empfinde das als sehr belastend", sagt der 25-Jährige, der unumwunden zugibt, sensibel zu sein. "Der fehlende Respekt untereinander zerreißt mich auch manchmal zwischen Christ und Politiker."

Besonders bedauere er, dass es kaum Mitstreiter in seinem Alter im Rat gebe. Dabei würde diese Arbeit Spaß machen: Wenn ihn Bürger anrufen, um Unterstützung bitten und er ihnen helfen kann, "ist diese Tätigkeit sehr erfüllend", so Ladeck.

In Kaarst ist er fest verwurzelt. Nach der Grundschule wechselte er zunächst auf die Hauptschule. "Ab Klasse 5 wurde aber bei mir langsam der Schalter umgelegt." Er wechselte auf die Realschule in Büttgen und schloss diese 2008 als Jahrgangsbester ab. Anschließend absolvierte er eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker bei BMW in Düsseldorf. Das Abitur holte er auf dem Erzbischöflichen Friedrich-Spee-Kolleg in Neuss nach.

Ladeck wollte zunächst Lehrer werden, doch nach den ersten beiden Semestern merkte er: "Ich habe andere pädagogische Ansätze." Daher entschied er sich für Jura. Ein Studium, das auch nicht viel freie Zeit lässt. Derzeit stehen noch einige Klausuren an und Ladeck muss dann auch wieder jobben gehen. Denn: "Politik macht nicht satt", so der Nachwuchspolitiker.

Quelle: NGZ
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