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Kaarst
Singen ist Kraftfutter für Kinder

Kaarst: Singen ist Kraftfutter für Kinder
Kinder singen gern - auch in Vorst. Die Grundschule ist nun die zweite in Kaarst, die sich an dem "JeKits"-Programm beteiligen kann. FOTO: lber
Kaarst. Die Gemeinschaftsgrundschule Vorst ist in das Förderprogramm "JeKits - Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen" aufgenommen worden. Die Katholische Grundschule in Kaarst ist schon seit einem Jahr dabei. Von Hansgeorg Marzinkowski

"JeKits - Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen", das kulturelle Bildungsprogramm für die Grundschulen des Landes Nordrhein-Westfalen, setzt sich immer erfolgreicher durch. Es startete zum Schuljahr 2015/16 als landesweites Nachfolgeprogramm des ebenfalls erfolgreichen Projektes "Jedem Kind ein Instrument" (JeKi). Neu dabei ist nun die Gemeinschaftsgrundschule Vorst in Kaarst in Kooperation mit der Musikschule des Rhein-Kreises Neuss.

In einer unterhaltsamen Schulstunde zeigten rund 40 Kinder der zweiten Klassen, was sie in wenigen Monaten mit der Musiklehrerin Juliane Ries erarbeitet hatten. Da sich die Grundschule für den Schwerpunkt "Singen" entschieden hat, beeindruckten die Mädchen und Jungen mit "Simma kara", einem Volkslied aus Ghana und dem "Matilda im Schneckenhaus" nach dem traditionellen Calypso von Harry Belafonte. Das begeisterte auch die erste stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Baum.

Aber nicht nur das Singen wird gefördert, auch andere musikalische Parameter wie Noten lesen werden spielerisch eingeübt. "Dabei ist wichtig, dass JeKits nicht den normalen Musikunterricht ersetzt, sondern ergänzt", betont die Schulleiterin Regina Beese. Und der wird in Vorst geradezu üppig gepflegt. Allein die Schulleiterin unterrichtet vier Klassen in Musik. Sie hat erfahren, dass Musik wichtiger Bestandteil für die Konzentration bedeutet, also auch für das Lernen. "Singen ist Kraftfutter für Kindergehirne", zitiert Ruth Braun-Sauerwein, die Leiterin der Kreis-Musikschule, einen Gehirnforscher.

Von Anfang an ist die Katholische Grundschule Kaarst im JeKits-Programm, also seit gut einem Jahr. Von über 100 Kindern haben sich 21 für die Fortführung im dritten Schuljahr entschieden. Das ist landesweit ein sehr guter Schnitt. Während das erste Jahr kostenfrei ist, fallen dann Gebühren von 12 Euro im Monat an. "Das könnte für manche Familien eine Hürde sein", vermutet die Leiterin der Kreis-Musikschule, "aber Kinder aus Familien, die Sozialleistungen empfangen, sind von Teilnahmebeiträgen befreit." Damit sei die Förderung unabhängig von der sozialen Struktur gewährleistet.

In jedem Fall bekommen die Kinder der katholischen Grundschule im zweiten Jahr eine optimale Förderung, lernen bereits Kanons und leichte zweistimmige Liedsätze und werden regelmäßig stimmbildnerisch trainiert.

Über die positiven Auswirkungen auf das Sozialverhalten der Kinder und auch für die Inklusion durch die Affinität zur Musik und Programm wie JeKits herrscht heutzutage weitgehend Einigkeit. Und im übrigen muss das Land für dieses erfolgreiche Programm nur etwas mehr als zehn Millionen Euro im Jahr aufwenden.

Quelle: NGZ
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