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Kaarst
Skulptur für das Trafo-Häuschen

Kaarst: Skulptur für das Trafo-Häuschen
FOTO: Tinter
Kaarst. Der Nutzungsvertrag für das frühere Trafo-Häuschens am ehemaligen Sportplatz Linning zwischen der Stadt und dem t Kunstverein Nordkanal soll in Kürze unterzeichnet werden. Als erste Künstlerin wird Marina Dimitrijevic ausstellen. Von Rudolf Barnholt

Vorfreunde soll ja die schönste Freude sein. Diesen Zustand haben die Mitglieder des Kunstvereins Nordkanal hinreichend auskosten können. Jetzt soll es mit dem Projekt "Trafo-Häuschen" endlich weitergehen. Der Vorsitzende des Vereins, Markus Albiez, geht davon aus, dass der Nutzungsvertrag mit der Stadt im Februar unterzeichnet werden kann. Gesucht werden noch kunstsinnige Handwerker, die sich des kleinen Backsteingebäudes annehmen. Ziel des Vereins ist es nämlich, ohne städtische Zuschüsse auszukommen.

Bereits im Jahre 2015 waren erste Gespräche mit dem damaligen Kulturdezernenten Heinz Dieter Vogt geführt worden. Das Trafo-Häuschen am Rande es mittlerweile aufgegebenen Sportplatzes Linning sollte abgerissen werden.

Marina Dimitrijevic wird die erste Künstlerin sein, die im Trafohäuschen ihre Arbeiten ausstellt. Sie ist Meisterschülerin von Tony Cragg und hat auch schon in der Städtischen Galerie ausgestellt. FOTO: end

Der Kunstverein Nordkanal meldete Interesse an dem kleinen, rot verklinkerten Bauwerk an, so dass es stehen blieb. "Das Gebäude stammt vermutlich auf den 1950er oder 1960er Jahren und hat keinen Denkmalwert", erklärt Albiez. "Trotzdem", so Albiez weiter, "war uns sofort klar, dass es wunderbar zu unserem Konzept passt."

Das Konzept kann kurz und knapp so beschrieben werden: Im Vorster Wald sollen Kunstpunkte gesetzt werden. Eine "schwierige Geburt" war das erste und spektakulärste Projekt, die "Brücken über den Nordkanal" von Wilhelm Schiefer. Es war zunächst auf Ablehnung gestoßen. Das änderte sich aber nach der Realisierung. Die ehemalige Waldarbeiterhütte, die die Waldbesucher einlädt, mal reinzuschauen und die Installation von Monika Nelles zu bewundern, wird ebenfalls sehr gut angenommen.

Das Haus bleibt geschlossen, hat aber Gucklöcher. FOTO: Albiez

Gleichwohl beklagt Albiez dort immer wieder auftretenden Vandalismus: "Zuletzt war ein Schlüssel ist Schloss gesteckt worden, der dann abgebrochen wurde. Mit dem Ergebnis, dass die Hütte nicht mehr zugänglich für uns ist." So musste der Schließzylinder ausgewechselt werden - eine Ausgabe, die ebenso unnötig wie ärgerlich für den Verein sei.

Doch zurück zum Trafo-Häuschen: Wenn der Nutzungsvertrag mit der Stadt unter Dach und Fach ist, wird der Kleinenbroicher Architekt Winfried Rochholl mit den Planungen beauftragt. Das komplett geschlossene Gebäude soll ebenso wie die rosafarbene Waldarbeiterhütte nicht zugänglich sein. Statt dessen hatte Wilhelm Schiefer angeregt, runde Öffnungen an allen vier Seiten und in unterschiedlichen Höhen herzustellen, die es möglich machen, einen Blick auf die jeweiligen Exponate zu werfen.

Das Glas soll Vandalismus standhalten können. Das Häuschen wird - so der Plan - nachts teilweise von innen beleuchtet werden. Im Gegensatz zur Waldarbeiterhütte soll es im Trafo-Häuschen wechselnde Ausstellungen geben.

Den Anfang wird Marina Dimitrijevic mit einer Skulptur machen. Sie ist Meisterschülerin von Tony Cragg, lebt und arbeitet in Düsseldorf und hat bereits in der Städtischen Galerie im Rathaus Büttgen ausgestellt - und im Düsseldorfer Museum Kunstpalast. "Wir haben schon vor Jahren den Kontakt zu dieser Künstlerin aufgenommen", sagt Markus Albiez. Ihre Arbeiten strahlten Dynamik und Energie aus und passten somit bestens in das ehemalige Trafo-Häuschen.

Quelle: NGZ
 
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