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Kaarst
Spargel-Ernte ist Handarbeit

Kaarst: Spargel-Ernte ist Handarbeit
Landwirt Jürgen Robertz ist Spargel-Fachmann. Vor 16 Jahren hat er sich auf den Anbau des Saison-Gemüses spezialisiert. Pro Tag erntet er nur so viele Stangen, wie er voraussichtlich verkauft. FOTO: Michael Reuter
Kaarst. In Kaarst hat die Spargelzeit begonnen. Der Vorster Landwirt Jürgen Robertz hat sich auf den Anbau des edlen Gemüses spezialisiert. Zehn Jahre Zeit braucht eine Kultur – vom Anbau bis zur letzten Ernte. In der NGZ erklärt der Experte, worauf es bei der Zucht ankommt. Von Stefan Reinelt

Liebhaber werden ihn in den nächsten Wochen öfters servieren: als Suppe, im Schinkenmantel zum Steak oder mit Salzkartoffeln und Butter. Die Rede ist vom Spargel. Die Spargelzeit beginnt je nach Witterung zwischen dem 30. März und dem 10. April, sie endet nach einer Bauernregel traditionell am Johannistag, dem 24. Juni. Anbau und Ernte sind dabei kein Prozess innerhalb einer Saison. Das Gemüse ist eine Kultur über zehn Jahre.

Folie zum Schutz vor Licht

Der Spargel gilt als ein edles Gemüse. "Früher gab es wenig Spargel, und so konnten ihn sich wohl nur die reichen Leute leisten", erklärt Landwirt Jürgen Robertz. Allerdings liegt es auch am Aufwand beim Spargelanbau. Der Vorster spezialisiert sich seit 16 Jahren auf Spargel. Die Jungpflanzen setzt er im März in die Erde und lässt sie ein Jahr wachsen. Dann werden die Beete aufgedämmt – die für das Spargelfeld bekannten Erdwälle (Spargeldämme) entstehen.

Der Boden sollte sandig und nicht zu feucht sein. Zum Schutz der Spargelspitzen vor Licht und für bessere Wärmebedingungen wird über die Dämme eine Folie gelegt. Während die Pflanze bei Minustemperaturen "schläft", wächst sie bei Temperaturen um die 20 Grad Celsius täglich mehrere Zentimeter. In der ersten Saison lassen die jungen Pflanzen eine Erntezeit von zwei bis drei Wochen zu. Im Folgejahr sind es vier bis fünf Wochen, nach drei Jahren ist die Fläche so weit entwickelt, dass bis zu zehn Wochen geerntet werden kann.

Für die Ernte kann sich der Landwirt nicht auf seinen Traktor setzen. Sie ist pure Handarbeit. Die im Erdhügel treibende Pflanze wird mit den Fingern freigelegt. An jeder Pflanze wachsen mehrere Stangen, die mit dem Spargelstecher am unteren Ende bei etwa 30 Zentimetern abgeschnitten werden. Anschließend schließt der Bauer das Loch wieder. Bereits am 30. März konnte Jürgen Robertz in diesem Jahr das erste Mal aufs Feld.

Der 50-Jährige erntet am Morgen nur so viel Spargel, wie er auch glaubt, am selben Tag zu verkaufen. Denn das Frühjahrsgemüse schmeckt frisch am besten und sollte deshalb auch innerhalb weniger Tage verarbeitet werden. "Das Frühjahr ist Spargelzeit. Ich verbinde mit dem Geschmack auch einfach das schöne Wetter", sagt Robertz. Am liebsten mag er den Spargel übrigens mit Kartoffeln, Schinken und Sauce Hollandaise.

Während der Saison wird Jürgen Robertz von 50 Mitarbeitern unterstützt. Er setzt sie auf dem Feld, im Hofladen am Rottes und in den Außenverkaufsständen ein. Letztere sehen übrigens nicht – wie bei den Erdbeeren – auch aus wie eine Spargelstange. Einen solchen Stand habe zwar mal jemand entwickelt, weiß Jürgen Robertz, aber der sei unpraktisch gewesen und habe auch eher lächerlich ausgesehen.

(NGZ/rl)
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