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Kaarst
Sphärische Klänge bei Mark Koll

Kaarst. Junge Musiker begeisterten mit zeitgenössischer Musik für E-Gitarren. Von Klaus Niehörster

Sascha Thiele hat mit Jannik Steudter gezeigt, "was man in der neuen Konzertmusik mit der E-Gitarre alles machen kann". Eine ganze Menge, wie sich umgehend herausstellte.

Mark Koll hat dafür den Vorführraum in seiner Kaarster Musikschule zur Verfügung gestellt und zugleich den Neusser Künstler Wilfried Werbitzky zu einer Skulpturenausstellung eingeladen. Eindrucksvoll war dessen Migranten-Darstellung, genannt "Lampedusa". Da zeigte sich, dass beide Künste bei ihrem "Ausloten und Probieren der Zukunft" auf einer Linie liegen. Beim Konzert konzentrierte sich alles auf das ungeahnt große musikalische Potenzial der elektronisch gepowerten Gitarren. Wieder einmal werde klar, so plädierte Musiklehrer Mark Koll für Offenheit, "dass es sich lohnt, zeitgenössische Werke zu hören". Für die zahlreichen Besucher hätte es dieses Hinweises kaum bedurft. Sie waren bereit für die Instrumente, ließen sich unvermittelt auf neue Klangwelten im Verbund mit parallel abgespielten Videos ein und spendeten kräftigen Applaus.

Sympathisch lächelnd drangen die beiden jungen Gitarristen immer weiter aufs konzertante Neuland vor, etwa mit dem Stück "Reverie" (Träumereien) - mit und ohne langen Nachklang, mit Echo und auch dem Auslegen eines ganzen Klangteppichs. Da ergaben sich sphärische Weisen, die Sci-Fi-nah aus der Ferne des Weltraums zu kommen schienen. Ist das der Sound der Zukunft? Offenbar ja. "Electric Counterpoint", das elektronische Vorzeigestück von Steve Reichs Minimal Music, durfte natürlich nicht fehlen.

Auch die letzte gegebene Musik "Grab it", vom Niederländer Jacob ter Veldhuis, machte Eindruck. "Die Menschheit auf den Prüfstand" lautete die abschließende, mit einem Gefängnis-Video unterlegte Devise, fortgeführt durch das jugendbewegte "Stay cool!". Zeitgenössische Musik auf der E-Gitarre hat damit erkennbar das Zeug zu großen Taten. Und für die war der Platz genau richtig ausgewählt: Die Kaarster Musikschule von Mark Koll.

Quelle: NGZ
 
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