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Kaarst
Sportvereine rücken zusammen

Kaarst. In der Flüchtlingskrise sind jetzt Raum- und Zeitmanagement gefragt.

Das Engagement der Kaarster Sportvereine, sich für die Flüchtlinge einzusetzen, bleibt ungebrochen. Sie wissen: Bewegung und Sport können manchen "Lagerkoller" verhindern. Dabei sind es besonders auch die Sportvereine, die den Ansturm der Flüchtlinge kompensieren müssen. Zwei Turnhallen - an der Bussardstraße und am Bruchweg - werden bereits als Notunterkünfte genutzt.

"Wir sind stark zusammengerückt. Das war ein ziemlicher Kraftakt", sagt Andreas Warnt von der SG Kaarst. Wie "Schach im Kopf" beschreibt er die räumliche und zeitliche Verschiebung von Trainingszeiten. "Etwa 25 bis 30 Sportstunden mussten wir verlegen." Hinzukam der Transport von Sportgeräten. So mussten beispielsweise viele der speziellen Geräte aus dem Kunstturnbereich von der Bussardstraße in die AEG-Halle transportiert werden. Andere Geräte wie Sprungkisten, Barren oder Ballwagen wurden zwischengelagert, teils im Baubetriebshof, teils in den Garagen am Marienplatz. "Zum Glück haben wir unser eigenes Gesundheitszentrum. Dadurch konnten wir viel Druck aus dem Kessel nehmen", sagt Leo Erdtmann, Vorsitzender der SG Kaarst. Einige der Trainer - insbesondere beim Tanz - hätten sich aber bereits Sorgen um ihre Einkünfte gemacht. "Denn manche verdienen ihren Lebensunterhalt damit. Doch bislang mussten wir nur drei Stunden Tanz streichen."

Unterstützung kam auch vom Albert-Einstein-Gymnasium: "Normalerweise geht der Schulsport bis 17.30 Uhr. Doch das AEG kam uns entgegen und jetzt können wir schon ab 16 Uhr in die Halle", erklärt Warnt. Würde jedoch eine weitere Sporthalle als Notunterkunft genutzt werden müssen, wäre dies der Super-Gau, sagt er.

Erleichtert ist zunächst der Trägerverein des Sportforums: "Seit etwa 14 Tagen wissen wir, dass das Sportforum vorerst nicht als Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge genutzt wird", sagt der Vorsitzende Franz-Josef Kallen. Zwei Monate lang habe Unsicherheit geherrscht, doch jetzt atme man erst mal auf. Denn der Kreis hat die Stadt Kaarst aufgefordert, statt des Sportforums eine Gewerbehalle in Holzbüttgen als Erstaufnahmeeinrichtung für etwa 250 Flüchtlinge herzurichten.

(bb)
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