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Kaarst
Stadt erwartet 20 Millionen an Steuer-Nachzahlung

Kaarst. Unverhoffter Geldsegen für die Stadtkasse: Rund 20 Millionen Euro Gewerbesteuer sollen zusätzlich in den Kaarster Säckel gespült werden.

Wie die NGZ erfuhr, soll es sich dabei um Gewerbesteuer-Nachzahlungen aus den Jahren 2015 und 2016 in Höhe von jeweils 7,5 Millionen Euro handeln sowie die Vorauszahlung für 2017. Der Steuerbescheid soll allerdings noch nicht rechtskräftig sein.

Bis zu einer abschließenden Betriebsprüfung durch die Finanzbehörden, nach der erst die endgültige Steuerschuld festgestellt wird, könnte sich der Betrag für das betreffende Unternehmen noch verringern. Bislang soll kein Geld auf dem städtischen Konto eingegangen sein. Welches Unternehmen es überweisen wird, ist nicht bekannt. Das unterliegt dem Steuergeheimnis.

Und wie sehr Kaarst am Ende auch im günstigsten Fall von dem Millionensegen profitieren kann, ist auch noch nicht klar. Kreisumlage, Solidarpakt und Allgemeine Gewerbesteuerumlage aber auch potenzielle Strafzinsen und Steuernachzahlungen können den scheinbaren Schatz schmelzen lassen wie Schnee in der Sonne. Diese Sorgen beschäftigen gerade auch die Nachbarstadt Neuss. Anfang April war dem dortigen Kämmerer eine Gewerbesteuervorauszahlung in Höhe von rund 150 Millionen in den Schoß gefallen.

Die anfängliche Euphorie wurde allerdings schnell gebremst, als sich herausstellte, dass der Neusser Steuersegen durchaus auch mit Risiken behaftet sein kann. Der Neusser Bürgermeister Reiner Breuer geht davon aus, dass seine Stadt im Jahr 2018 die Kreisumlage fast allein aufbringen muss.

Und auch auf die Finanzsituation des Rhein-Kreises könnten die Mehreinnahmen negative Auswirkungen haben. Grund dafür ist, dass die Zahlung dafür sorgen kann, dass Schlüsselzuweisungen des Landes entfallen. Überdies sind mit höheren Einnahmen ebenfalls höhere Abgaben des Rhein-Kreises an den Landschaftsverband verbunden.

(dagi)
 
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