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Kaarst
Stadt hat in ihren Unterkünften 235 Betten für Flüchtlinge frei

Kaarst. Seit gut einem Jahr strömen Flüchtlinge auch nach Kaarst. Anneli Palmen (SPD) zog jetzt als Vorsitzende des Sozialausschusses eine positive Bilanz: "Vor einem Jahr standen wir unter großem Druck, musste vielen Flüchtlingen eine neue Heimat geben. Wir hatten mitunter Angst, es nicht zu schaffen." Aber es sei Tolles geleistet worden. Und die Politik habe immer mit einer Stimme gesprochen. Sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen, ist aber nicht möglich. Vielmehr gilt es, weitere Herausforderungen zu meistern.

Frank Schnitker vom Sozialamt der Stadt Kaarst meldete eine Entspannung bezüglich der Unterbringung der Flüchtlinge. Im Sozialausschuss stieß der Plan, die rund 900.000 Euro teure Unterkunft am Hoverkamp in eine Kindertagesstätte umzuwandeln, deshalb nicht auf Kritik. Schnitker sprach wie ein Hoteldirektor: "Wir haben zurzeit 235 Betten frei." Die Einrichtung auf der Novesiastraße sei hierbei mit berücksichtigt worden, die zu schaffende Unterkunft auf der Daimlerstraße dagegen nicht. Die Mietverträge seien auf fünf Jahre abgeschlossen worden.

"Ein Sonderkündigungsrecht konnte nicht vereinbart werden", erklärte Schnitker und deutete an, dass die Stadt sich in einer Ausnahmesituation und damit in einer eher schwachen Verhandlungsposition befunden habe. Von den 678 in Kaarst untergebrachten Flüchtlingen haben 500 eine Aufenthaltsgenehmigung und 178 eine Aufenthaltserlaubnis. Die meisten Flüchtlinge sind Syrer, gefolgt von Afghanen und Irakern. "In 2016 sind bis jetzt 65 Flüchtlinge hinzugekommen - es handelt sich dabei um den Zuzug von Familienangehörigen", sagte Schnitker. Im dritten Quartal hätten sich 15 Flüchtlinge zur Rückkehr in ihre Heimatländer entschlossen. Zurzeit müssten keine weiteren Wohnungen angemietet werden. Bezüglich der künftigen Entwicklung wollte Schnitker keine Prognose abgeben: "Wir wissen nicht, wie es weitergeht." Er beschrieb das Abkommen mit der Türkei als "wackelig".

(barni)
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