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Kaarst
Stadt informiert Anwohner über geplante Unterkünfte

Kaarst. An der Büttgener Straße in Höhe des Kaarster Bahnhofs und an der Straße Am Hoverkamp werden weitere Unterkünfte für Flüchtlinge in Modulbauweise entstehen - die Stadt lud jetzt zu einer Informationsveranstaltung ein. Die Resonanz war mit rund 30 Anwohnern eher gering. Viele zeigten Verständnis, aber es gibt auch Sorgen und Ängste. Am Hoverkamp können bis zu 60 Flüchtlinge untergebracht werden, an der Büttgener Straße bis zu 72. "Warum werden wir erst jetzt informiert?", wollte ein Bürger wissen und sprach von "Mauschelei". Von Rudolf Barnholt

Sozialdezernent Sebastian Semmler sprach Klartext: "Es kann hier nicht über das Ob diskutiert werden, das sage ich klipp und klar." Und er fügte hinzu: "Wenn wir in der Bevölkerung über die Flüchtlingsunterkünfte abstimmen ließen, hätten wir noch keine einzige Unterkunft fertig." Da wurden Sorgen artikuliert bezüglich sinkender Immobilienpreise, aber auch hinsichtlich der Sicherheit: "Wenn ich abends einer großen Zahl fremder Männer begegne, habe ich schon Angst", gestand eine Frau mittleren Alters. Semmler zeigte Verständnis für die Sorgen und Nöte. Die Flüchtlinge müssten über die hier herrschenden Gewohnheiten und Umgangsformen aufgeklärt werden. Sein Appell: "Wenn Ihnen etwas auffällt, sagen Sie uns bitte umgehend Bescheid."

Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus riet, offen auf die Menschen zuzugehen. Nein, ob alleinstehende Männer oder Familien mit Kindern kämen, könne noch niemand sagen. Den betroffenen Bürgern wären Familien lieber. Semmler sagte zu, dass von 18 bis sechs Uhr ein mobiler Sicherheitsdienst beauftragt werde, tagsüber seien Sozialarbeiter, Hausmeister und Ehrenamtler vor Ort. An anderen Standorten habe es bis jetzt kaum Beschwerden gegeben.

"Was geschieht anschließend mit den Gebäuden, wie lange werden sie stehenbleiben?", lautete eine Frage. Die Bürgermeisterin konnte keine präzise Antwort geben: "Das hängt davon ab, wie sich die Flüchtlingslage entwickelt."

Quelle: NGZ
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