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Kaarst
Stadt: "Marode Brücke ist eine Gefahr"

Kaarst. Die Fußgängerüberführung an der Erftstraße muss neu gebaut werden.

Eigentlich sollte sie bereits in diesem Jahr gebaut werden: die neue Fußgängerbrücke an der Erftstraße. Das bestehende Brückenbauwerk ist reichlich marode. Im Oktober wurde die Verwaltung jedoch vom Haupt- und Finanzausschuss überraschend ausgebremst. Die erforderlichen Mittel wurden nicht bereitgestellt. Stattdessen sollte die Stadt im Bau- und Umweltausschuss jetzt folgende Frage beantworten: Wäre eine Systembrücke aus vorgefertigten Teilen - wie ursprünglich von der Verwaltung vorgeschlagen und von der Politik abgelehnt - nicht preiswerter?

Die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhart beziffert die Kosten für eine Brücke, die individuell hergestellt wird, mit rund 215.000 Euro. Und sie hat eine Erkenntnis gewonnen, die überraschen dürfte: "Eine Fertigteil-Brücke ist keineswegs preiswerter, die Kosten liegen tendenziell sogar höher." Das, sagte Burkhart, liege unter anderem daran, dass die Hersteller von Systembrücken mit Subunternehmern aus der Region zusammenarbeiten müssen. Und die seien sehr teuer, zumal die Bauwirtschaft derzeit boome. "Wir möchten eine Brücke aus Stahl und Holz", erklärt Sigrid Burkhart unserer Zeitung. Sie hofft, dass der Haupt- und Finanzausschuss am 26. November dieser Auffassung folgen wird, die Mittel freigibt und damit die rechtlichen Voraussetzungen für eine öffentliche Ausschreibung schafft.

Burkhart lässt keinen Zweifel daran, dass das Projekt nicht auf die lange Bank geschoben werden darf: "Da ist durchaus Gefahr im Verzug." Und: "Wir zielen auf eine individuelle Lösung ab, denn sie ist nicht teurer, sie ist besser und bringt zudem Vorteile bei der Unterhaltung im Vergleich zu einer Systembrücke."

Das Thema "Ersatzbrücke" ist mittlerweile vom Tisch. Die alte Brücke wird abgerissen, dann soll unverzüglich mit dem Bau der neuen begonnen werden. Das könnte im Frühjahr 2016 geschehen. Der Termin müsste mit der Regiobahn abgestimmt werden, da während der Bauphase ein Ersatz für die Züge organisiert werden muss. Die Regiobahn, heißt es, könne die Zeit nutzen, um ohne Zeitdruck Pflegearbeiten an der Bahntrasse zu erledigen.

(barni)
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