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Kaarst
Stadt soll Gewerbehalle anmieten

Kaarst. Der Sozialausschuss votierte für die Übernahme der Landes-Notunterkunft. Von Susanne Niemöhlmann

Am Ende fiel das Votum deutlich aus: Bei vier Gegenstimmen sprachen sich zwölf Mitglieder des Sozialausschusses dafür aus, dass die Stadt Kaarst die Gewerbehalle an der Detlev-Karsten-Rohwedder-Straße ab dem 1. Juli als eigene Notunterkunft zur vorübergehenden Unterbringen zugewiesener Flüchtlinge nutzt und zu diesem Zweck anmietet. Bis dahin wird die Halle als Notunterbringungseinrichtung des Landes betrieben.

Vorangegangen waren dieser Abstimmung kontroverse Diskussionen. So blieb die SPD-Fraktion bei ihrer Ablehnung, weil die Halle keine Privatsphäre biete und kaum geeignet sei, Menschen in die Gesellschaft zu integrieren, wie die Fraktions- und Ausschussvorsitzende Anneli Palmen deutlich machte. Sie hätte - wenn überhaupt - eine Abstimmung zu einem späteren Zeitpunkt bevorzugt und sprach sich erneut für das Sportforum Büttgen als Unterbringungsmöglichkeit aus.

Die Kaarster Grünen schlossen sich dem Verwaltungsvorschlag, die Notunterkunft zu übernehmen, an. "Wir wissen, dass eine große Gewerbehalle nur eine schlechte Lösung ist, aber es fehlt an echten Alternativen", erklärt Fraktionsvorsitzender Christian Gaumitz. "Daher haben wir großen Wert auf die Erarbeitung eines Betreuungs- und Integrationskonzeptes gelegt."

Er habe große Sorge, dass die Stadt spätestens Mitte des Jahres nicht mehr wisse, wo sie Flüchtlinge unterbringen könne, hatte der Erste Beigeordnete Sebastian Semmler eindringlich für die Gewerbehalle plädiert. "Uns ist klar, dass dies keine optimale Lösung ist", gab er zu, gleichzeitig kündigte er an, zeitnah neue Vorschläge für Standorte von weiteren Einrichtungen vorzulegen.

Vor Beginn der Sitzung hatten sich die Mitglieder des Sozialausschusses zusammen mit dem Bau- und Umweltausschuss bei einem Ortstermin ein Bild von der Notunterkunft machen können. Semmler rechnet frühestens zum 5. Februar mit Einweisungen. Er versicherte: "Eine Vorankündigung von sechs Stunden reicht für uns."

Quelle: NGZ
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