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Kaarst
Stadt treibt Neubauten für Flüchtlinge voran

Kaarst. Die neue Notunterkunft ist ab heute einsatzbereit, die Einrichtung an der Wattmannstraße gerade bezogen. Die Stadt plant weitere Bauten. Von Susanne Niemöhlmann

Mit heutiger Wirkung hat Sozialdezernent Sebastian Semmler der Bezirksregierung "Betriebsbereitschaft" für die Notunterbringungseinrichtung des Landes an der Detlev-Karsten-Rohwedder-Straße angezeigt. "Uns wurden jedoch noch keine Flüchtlinge angekündigt", stellt er klar. Damit rechnet die Stadtverwaltung frühestens Anfang Februar. Die Unterkunft in einer ehemaligen Gewerbehalle mit Platz für bis zu 250 Menschen verschafft der Stadt Luft, ihr geplantes Bauprogramm durchzuziehen. So entstehen an der Büttgener Straße sowie Am Hoverkamp Unterkünfte in Modulbauweise für jeweils maximal 60 Personen, die im April beziehungsweise im Juli in Betrieb genommen werden sollen. "Diese Module haben mit den früheren Containern nicht mehr viel gemein. Ihre Wertigkeit ist höher, und sie halten alle Energiestandards ein", versichert der Erste Beigeordnete.

Wohnraum für bis zu 75 Menschen sollen Häuser bieten, die am Bauhof in Holztafelbauweise errichtet werden. "Sobald das Wetter offen ist, kann mit der Bodenplatte begonnen werden", sagt die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhart. Bereits Ende Mai sollen die Gebäude, die sich nicht optisch, sondern lediglich im Material - und dadurch kürzerer Bauzeit - von traditionellen Bauten unterscheiden, bezugsfertig sein. "Flexible Strukturen ermöglichen, nachträglich noch die Zuschnitte der Räume zu verändern", hebt Semmler die Vorzüge der insgesamt 1,5 Millionen Euro teuren Maßnahme hervor. Klassische Hochbauten mit Wohnungen für zusammen 144 Personen sind auf städtischen Grundstücken an der Ludwig-Erhardt-Straße und an der Hubertusstraße in Büttgen geplant. Deren Fertigstellung erwartet Sigrid Burkhart nicht vor 2017. Für die Stadt hochattraktiv: Sie muss dank neuer Fördertöpfe des Landes nur 1,2 von den rund zwei Millionen Euro Baukosten für dieses Projekt selbst aufbringen. "Zunächst sind die Häuser für Flüchtlinge vorgesehen, aber sie entsprechen den normalen Standards des sozialen Wohnungsbaus", betont Semmler.

Nachdem vor wenigen Tagen 60 Menschen in die Moduleinrichtung an der Wattmannstraße umgezogen sind, kann die Stadt die Turnhalle an der Stakerseite am Donnerstag wieder für den Sport freigeben. Nach Karneval soll die Halle an der Halestraße folgen. Auch die Bewohner der Turnhallen an der Bussardstraße und am Bruchweg sollen möglichst bald in andere Quartiere wechseln können. "Aber diese Hallen werden wir noch nicht so bald freigeben können, weil wir ja nie wissen, wann wir weitere Zuweisungen von Flüchtlingen erhalten", erklärt Semmler. Er setzt nicht zuletzt auf den privaten Wohnungsmarkt. Derzeit hat die Stadt 59 Wohnungen angemietet, für 29 weitere haben die Eigentümer direkt mit den Flüchtligen Verträge. "Aktuell suchen wir für einen jungen Mann, der auf den Rollstuhl angewiesen ist, eine barrierefreie Wohnung", sagt Stadtsprecherin Sigrid Hecker.

Quelle: NGZ
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