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Kaarst
Stuckateur schenkt alter Schule Wandbild

Kaarst. Heinrich Walther hat zum Jubiläum des Albert-Einstein-Gymnasiums ein Kunstwandwerk geschaffen. Von Bärbel Broer

Es ist ein besonderes Handwerk, das der Kaarster Heinrich Walther beherrscht: Der gelernte Stuckateurmeister ist spezialisiert auf Kunstwandwerke. Von seiner Kreativität können sich seit neuestem Schüler und Lehrer des Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG) tagtäglich überzeugen. Denn zum 50-jährigen Bestehen der Schule schenkte der gebürtige Kaarster seiner ehemaligen "Penne" ein ganz spezielles Wandbild - mit Bezug zum Namensgeber der Schule und eingearbeiteten Porträts der bisherigen vier Schulleiter.

Walther hat eine persönliche Verbindung zum AEG. 1985 hat er dort sein Abitur gemacht. Geboren ist er 1966, dem Jahr, in dem das Gymnasium an den Start ging. "Meine Schulzeit hat mich sehr geprägt", sagt Walther, "da wollte ich dem AEG und mir zum Jubiläum dieses Geschenk machen." Ursprünglich hatte er Schreiner werden wollen, entschied sich aber dann für die Stuckateur-Ausbildung. Auf den Meister folgten mehrere Semester Kunstgeschichte und Philosophie. "Das war mir jedoch zu theoretisch. Ich bin ein Mann der Praxis." Gemeinsam mit einem Kommilitonen entwarf und baute er Möbel, später machte sich der Vater von zwei Söhnen (19 und 22) mit seiner individuellen Wandgestaltung selbstständig. Wänden eine dritte Dimension zu geben, gelingt ihm mit Werkzeugen wie der Lanzette (einem Stuckateureisen), Schwämmen, Spachtel, Pinseln und der venezianischen Kelle.

Das Kunstwandwerk im Treppentrakt des AEG ist ein Hingucker: 13 Quadratmeter groß, schieferartige graue Struktur mit bronzeschimmernder Lasur. In goldenen Buchstaben prangt im Zentrum die Einsteinsche Formel E=mc². Die Farbe Gold habe er gewählt, weil sie für Macht und Reichtum, aber auch für Wissen als Basis von Kapital und Erfolg stehe, so Walther. Die weltberühmte Formel ist im Uhrzeigersinn umringt von den Porträts der bisherigen vier Direktoren, die er in DIN A-4-Größe in die Wand eingearbeitet hat. "Sie begleiten den großen Geist des Hauses wie Satelliten ein Raumschiff im All", erklärt Walther. Bevor er an seine gestalterische Arbeit ging, hatte er den Schulleiter Bruno von Berg darüber informiert. In persönlichen Gesprächen und später im Lehrerkollegium wurden die Details des Kunstwerks vorgestellt und auch der Ort, wo es installiert werden sollte. "Zunächst stieß die Idee mit den Porträts auf Irritationen", so Walther. "Doch als ich erklärt hatte, was ich mir dabei denke, waren alle einverstanden." Denn bis dahin sei die Formel nicht sichtbar gewesen im AEG.

An die Schulzeit hat er meist gute Erinnerungen. Vor allem an seinen Kunstleistungskurs bei Lehrer Peter von Malotki. Vor allem den "freien Geist" des mittlerweile pensionierten Kunstlehrers habe er geschätzt, so Walther und erinnert sich lachend: "Wir haben bei ihm damals drei Meter große nackte Selbstporträts gefertigt. Und die wurden dann im Verwaltungstrakt aufgehängt - das war ein Spektakel."

Quelle: NGZ
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