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Kaarst
Stück für Kinder sehr frei nach Shakespeare

Kaarst. Die Reihe "Fetzige Kids" war mit "Ein Sommer(nachts)-traum" ausnahmsweise im Stadtpark zu Gast.

Der Titel des Stücks, "Ein Sommer(nachts)-traum", riecht schwer nach William Shakespeare; das Kindertheater heißt "Kölner Künstler Theater", ein Name, der ebenfalls einen gewissen Anspruch zum Ausdruck bringt. Aber Marie Dinger und Marcel Eid überforderten ihr junges Publikum nicht, Shakespeare war nur in homöopathischen Dosen enthalten.

Dass es am Sonntag im Kaarster Stadtpark ein ganz normales Kindertheater zu sehen gab, dürfte kaum eines der Kinder enttäuscht haben und nur ganz wenige Eltern mit einem überzogenen Bildungsanspruch für ihre Kids - enttäuschender war da schon, dass es einmal ganz schön heftig regnete. Aber es sollte Sonnenschein folgen, und auf der Bühne gab es ebenfalls ein Happy-end. Paul (Marcel Eid) schien etwas phlegmatisch zu sein, er schälte sich nur langsam aus seiner Hängematte, die ihn vollständig "verschluckt" zu haben schien. Undine (Marie Dinger) war da schon wesentlich quirliger. Aus der Hängematte wurde ein Boot. Mit dem ging es zum Land der Regenbogenelfen, weil die angeblich bedroht waren. Der Regen prasselte mittlerweile unerbittlich auf die Schirme der Besucher. Noch unheimlicher: Die angebliche Existenz des "Nachtgreifs", der sich die kleinen Kinder holt. Die Kaarster Kids hatten davor keine Angst, viele näherten sich der Bühne, waren mitgerissen von dem Abenteuer, das es zu bestehen galt. Sie staunten über das Auftauchen der Riesin Titania (Marie Dinger), die den Kids gestand, sehr einsam zu sein. Und da waren auch der sprechende Stein und die Rolltrolle, die wie kleine, mit Rasen bewachsene Bälle aussahen.

Aber das größte Abenteuer galt es noch zu bestehen: Undine hatte sich fest vorgenommen, dem Drachen die gestohlene Schuppe zurückzugeben. Das riesige Stofftier wurde gelockt: "Wir haben deine Schuppe hier, komm doch her und hol' sie dir." Drache Oberon erwies sich als lammfromm, das Ensemble als sehr spielfreudig. Die Darsteller animierten die Kinder, sich einzubringen, nicht still auf ihrer Decke sitzenzubleiben. "Wir spielen dieses Stück grundsätzlich draußen, auch in Köln, wo wir ein kleines Theater haben", erklärt Marie Dinger. Und Dieter Güsgen vom Kaarster Kulturamt weist auf die zahlreichen anderen Veranstaltungen im Rahmen der Reihe "Fetziges für Kids" hin. In zwei Punkten werden sie sich vom "Sommer(nachts)-traum" unterscheiden: Zuschauer und Akteure werden ein festes Dach über dem Kopf haben, und die Besucher müssen Eintritt bezahlen.

(barni)
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