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Kaarst
Trauer und Gedenken als Weg in eine bessere Zukunft

Kaarst. Es war ein stattlicher Trauerzug, der sich nach der Messe am Sonntag Richtung Friedhofskapelle in Bewegung setzte. Kranz- und Fackelträger der Feuerwehr und die Fahnenträger der Schützen sorgten für einen festlichen Rahmen - auf der Straße, aber auch in der Kapelle, wo man sich zu einer Feierstunde traf.

Der Kirchenchor Cäcilia der Katholischen Kirchengemeinde St. Aldegundis Büttgen unter der Leitung von Dieter Böttcher sang "Noch ehe die Sonne am Himmel stand", bevor Peter Heimes die zahlreichen Besucher begrüßte. Was dem Ortsverbandsvorsitzenden des Volksbundes Deutschen Kriegsgräberfürsorge Sorgen bereitet: "Es wird für unsere Sammler immer schwieriger." Trotzdem seien über 11.000 Euro zusammengekommen. Heimes, der noch Sammler sucht, beklagte folgendes: "Seit fünf Jahren steigt die Zahl der Konflikte weltweit an."

Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus berichtete, dass viele Schülerinnen und Schüler mit dem Volkstrauertag überhaupt nichts mehr anfangen könnten. Das sei schade, denn: "Wir müssen es als Gesellschaft schaffen, das Geschehen lebendig zu halten." Pfarrer Werner Hoffmann erinnerte daran, dass "unzählige Bilder des Schreckens und des Todes auf uns niederprasseln aus den Kriegs- und Elendsregionen unserer Welt". Und er berührte die Besucher sehr, als er Teile aus dem Brief vorlas, den ein deutscher Soldat 1942 vor Stalingrad an seine Schwester geschrieben hatte: "Es gibt auch keine Zukunft mehr, wenigstens nicht für mich. Ich werde nicht mehr wiederkommen - bringe es schonend Mama und Papa bei." Der Pfarrer erklärte: "Gott will das Leben, nicht den Tod, er will den Frieden und nicht den Krieg."

Brudermeister Ludger Heintz mahnte, aus Fehlern zu lernen, "damit wir mit mehr Menschlichkeit leben können". Am Volkstrauertag gehe es nicht nur um die Opfer der beiden Weltkriege, sondern auch um eine bessere Zukunft. Im Anschluss an die Gedenkfeier erfolgte die Kranzniederlegung an den Soldatengräbern durch Peter Heines und Ulrike Nienhaus. In die andächtige Stille klang die Trompete von Michael Steinfort. Er spielte "Ich hatte einen Kameraden".

(barni)
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