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Kaarst
Vom Raumausstatter zum Diakon

Neuss. Seit 20 Jahren gestaltet Martin Becker den "Raum Kirche" im Seelsorgebereich Kaarst-Büttgen mit. Von Elisabeth Keldenich

Kaarst Ursprünglich hat Martin Becker eine Ausbildung zum Raumausstatter gemacht - und als Diakon ist er gar nicht so weit weg davon: Seit 20 Jahren gestaltet er den "Raum Kirche" im Seelsorgebereich Kaarst-Büttgen mit.

1962 wird Becker in Rommerskirchen-Butzheim geboren. Er hat noch zwei Geschwister. "Mein Elternhaus war immer kirchlich engagiert und ist es bis heute", erzählt er. Von Anfang an sei der Glaube ein fester Anker in seinem Leben gewesen. Als Messdiener, Lektor und durch die Jugendarbeit trägt Becker schon früh kirchliches Leben mit. Doch sein Berufsweg führt ihn zunächst in andere Bahnen. Er durchläuft eine Lehre zum Raumausstatter und nach dem Abschluss leistet er seinen Zivildienst beim katholischen Jugendamt in Dormagen ab. In ihm reift der Wunsch, seinen Glauben auch beruflich zu leben und deshalb studiert er nach dem Fachabitur Religionspädagogik und praktische Theologie in Mainz mit dem Ziel Gemeindereferent.

Ab 1989 arbeitet er in dieser Funktion zwölf Jahre lang in verschiedenen Pfarren im Erzbistum Köln und seit 1995 in Kaarst. "Aber ich wollte noch einen Schritt weiter gehen und näher bei den Menschen sein", erinnert sich Becker. Die Berufung zum Diakon habe er schon länger gespürt, und so beginnt er 1997 mit der sechsjährigen Ausbildung. "Parallel zu meiner Tätigkeit als Gemeindereferent und mit drei kleinen Kindern zu Hause war das keine ganz leichte Zeit", sagt Becker. Seine Frau, mit der er seit 21 Jahren verheiratet ist, habe alles mitgetragen. 2001 geht er mit der Weihe zum Diakon den "lebensentscheidenden Schritt", so Becker. Nach zwei berufseinführenden Jahren ist er seit 2003 als hauptamtlicher Diakon tätig. "Ich verstehe mich als Türöffner", erläutert er seine wesentlichste Motivation. "Ich gehe auf die Menschen zu und versuche ihre Probleme und Nöte zu ergründen." Die Kirche dürfe nicht im Alten verharren und müsse neue Chancen, die sich durch die Bildung einer Pfarreiengemeinschaft ergeben, nutzen. Die gesellschaftlichen Veränderungen erforderten neue pastorale Situationen.

Getreu seinem Auftrag als Diener und Helfer kümmert sich Becker vor allem um die Familienzentren in Büttgen und Holzbüttgen. "Die Gemeinde ist mehr als nur eine Sonntagsmesse", ist er überzeugt. Besondere Nähe zu den Menschen erlebe er bei der Sakramentenspendung. Auch für Beerdigungen ist er zuständig. "Die Kondolenzgespräche liegen mir sehr am Herzen. Hier komme ich mit den Menschen unmittelbar ins Gespräch."

Quelle: NGZ
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