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Kaarst
Vom Stammtisch zum Netzwerk für Frauen

Kaarst: Vom Stammtisch zum Netzwerk für Frauen
Angelika Briese aus Korschenbroich und Herta Peters aus Kaarst (v.l.) betreuen das Profi-Netzwerk für Frauen, das vor 15 Jahren gegründet wurde. FOTO: ati
Kaarst. Seit gut zehn Jahren organisieren die Gleichstellungsbeauftragten Herta Peters und Angelika Brieske das Profinetzwerk für Frauen. Von Bärbel Broer

Mit einem Klüngelabend fing alles an: Ein Vortrag, der das seriöse "Klüngeln" als Marketingstrategie behandelte, legte vor 15 Jahren den Grundstein für das Profinetzwerk (PNW) "Frauen unternehmen anders". Aus dem ersten Kaarster Unternehmerinnen-Stammtisch entwickelte sich eine Plattform für Frauen in Führungspositionen und Selbstständige, die ohne komplizierte Vereinsstrukturen auskommt. Seit etwa zehn Jahren organisieren die beiden städtischen Gleichstellungsbeauftragten Herta Peters aus Kaarst und Angelika Brieske aus Korschenbroich die Treffen.

Jeden ersten Dienstag im Monat - mit Ausnahme der Schulferien - steht das Profinetzwerk unter einem besonderen Thema. Emotionale Fitness, Pressearbeit, Tipps für Anlegerinnen oder "Kleider machen Leute" sind beispielsweise einige der Themen, die für 2016 geplant sind.

"Die Vorträge werden von den Netzwerkerinnen selbst abgedeckt", erklärt Herta Peters. Bezahlt werden die Referentinnen nicht, auch gibt es kein Budget für das PNW bei den beiden Gleichstellungsbeauftragten. Und doch ist das PNW ein weibliches Erfolgsmodell, das seit nunmehr 15 Jahren besteht. "Die Frauen unterstützen sich gegenseitig und kooperieren untereinander ", erklärt Peters weiter. Beim Vernetzen zu unterstützen, sei der Grundgedanke des PNW. Dafür übernehmen die beiden Gleichstellungsbeauftragten das Vortrags- und Einladungsmanagement, sorgen für die Öffentlichkeitsarbeit.

Dass die Teilnahme an den PNW-Veranstaltungen so unverbindlich ist - es ist keine Anmeldung erforderlich und es wird kein Eintritt verlangt, weil die Treffen entweder in der VHS in Kaarst oder im Korschenbroicher Rathaus stattfinden -, ist kein Hindernis, sondern wohl auch ein Erfolgsgrund.

Allein in den zehn Jahren, in denen Brieske und Peters für das PNW verantwortlich zeichnen, gab es insgesamt 81 Veranstaltungen. "1498 Teilnehmerinnen waren dabei", sagt Peters. Mittlerweile haben die Gleichstellungsbeauftragten rund 200 Adressen im Mailverteiler, denen sie regelmäßig ihre Ankündigungen verschicken.

Die Berufe der Frauen, die am PNW teilnehmen, sind sehr unterschiedlich. Von der Heilpraktikerin bis zur Juristin, von der Unternehmensberaterin bis zur Fotografin und von der Sozialpädagogin bis zur Kunsttherapeutin - die Bandbreite ist immens. Nicht alle kommen zu den einzelnen Veranstaltungen. "Das ist immer sehr themenspezifisch", sagt Brieske. Gesundheitsthemen, Referate zum Steuerrecht oder zur Kundenakquise würden aber besonders gut besucht.

"Es kommen aber auch viele zu unseren reinen Netzwerkabenden", sagt Peters. "Die Profinetzwerkerinnen stellen sich dann vor und haben anschließend Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen."

Ganz toughe Frauen in hohen Führungspositionen oder Geschäftsführerinnen sehr großer Unternehmen gebe es eher wenige im PNW, geben Peters und Brieske zu. Aber um diese Frauen gehe es auch nicht in erster Linie, stellt Peters klar: "Mir ist wichtig, jene Frauen zu unterstützen, die meiner Unterstützung bedürfen."

Quelle: NGZ
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