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Kaarst
Vorster engagiert sich für Afrika

Kaarst. Peter Holzapfel initiiert den Bau eines Brunnens für ein Waisenhaus.

Peter Holzapfel ist überzeugt: "Einen Euro in Afrika zu investieren ist besser als 100 Euro hier." Der engagierte Vorster gründete vor gut einem Jahr die "Kaarster Afrika-Hilfe" und ist deren zweiter Vorsitzender. Die langjährige Bekanntschaft mit einer Kenianerin aus Düsseldorf führte zum Kontakt mit einem von katholischen Ordensschwestern betreuten Waisenhaus in Kenia. Dort leben 100 Kinder, allesamt Vollwaisen. Holzapfels erster Besuch machte eklatanten Wassermangel deutlich.

Der selbstständige Kraftfahrzeugmeister sammelte 4000 Euro und initiierte den Bau eines Brunnens vor Ort. Von dieser fünfwöchigen Reise ist er kürzlich zurückgekehrt. "Die handwerklichen Arbeiten sind abgeschlossen, für den Rest benötigen wir allerdings noch 2000 Euro", erläutert Holzapfel. Die Gesamtkosten von 6500 Euro erklären sich durch die weite Anreise der Arbeitskräfte und den schwer zu bearbeitenden steinharten Boden. Auch andere Schwierigkeiten spricht er offen an: "Mit den Menschen dort ist eine vernünftige Planung nicht möglich. Sie können schlecht organisieren und denken nur bis morgen. Dort war ich eher ein Psychologe denn ein Arbeiter", sagt er.

Sprudelt erst mal sauberes Wasser, würde ein Dominoeffekt ausgelöst: Der mühsame Transport von Wasserflaschen wäre überflüssig, Felder und Gärten könnten bewässert werden und bessere Körperhygiene reduziere Krankheiten. Seine eigene Biogasanlage, die aus einer persönlichen Notlage heraus entstand, möchte er auch in Kenia nachbauen. "Dort gibt es genügend Pflanzen, um Biogas und damit letztendlich Strom zu erzeugen. Mit einer Anlage, die vor Ort leicht repariert werden kann", erklärt Holzapfel. Außerdem schwebt ihm ein Ersatz für die sich aufheizenden Wellblechhütten durch Steinhäuser vor. "Steine könnte man vor Ort pressen", meint der Mechaniker. Alle Ideen haben letztendlich das Ziel "Hilfe zur Selbsthilfe".

Unterstützt wird er von Vereinsmitglied Carola Tolzmann. Sie möchte der Afrika-Hilfe, die mit 16 Mitgliedern noch in den Kinderschuhen steckt, viele Kontakte vermitteln und einen guten Internetauftritt verschaffen. Holzapfel strebt auch eine Kooperation mit dem Verein "Lebenszeichen Afrika" und dessen Vorsitzenden Carl Wilhelm Bienefeld an.

(keld)
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