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Kaarst
Wache für Kaarster Rettungswagen soll neben der Feuerwehr entstehen

Kaarst. Wenn die Kaarster dringend medizinische Hilfe brauchen, dann kommt die derzeit aus Neuss - aus der Nordstadt-Rettungswache der Malteser auf der Furth. Das soll sich bald ändern. Kaarst bekommt einen eigenen Rettungswagen (RTW). Auf Antrag des Fünferbündnisses (SPD, Grüne, FDP, Zentrum und UWG) hatte der Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss die Verwaltung im März beauftragt, die Stationierung eines RTW in Kaarst rund um die Uhr, also 24 Stunden am Tag, voranzutreiben. Für die August-Sitzung des Stadtrats gibt es jetzt einen Beschlussvorschlag. Der Rat soll die Errichtung einer Rettungswache als Nebenwache zur Rettungswache Neuss-Nord auf dem Gelände der Feuerwache Kaarst im Mieter-Vermieter-Modell beschließen.

Zuständig für die Vorhaltung eines Rettungsdienstes ist der Rhein-Kreis. Der Kreisausschuss für Rettungswesen, Feuer- und Katastrophenschutz hat Ende Januar über den Bedarfsplan für den Rettungsdienst beraten. In diesen Bedarfsplänen, die von den Kreisen erstellt werden und spätestens alle vier Jahre aktualisiert werden müssen, sind insbesondere die Zahl und die Standorte der Rettungswachen, weitere Qualitätsanforderungen für den Rettungsdienst sowie die Zahl der erforderlichen Krankenwagen und Notarzteinsatzfahrzeuge festgelegt. Bei der Aufstellung des Bedarfsplans muss sich die Stadt Kaarst mit ihren Nachbarn Dormagen und Neuss als Trägern von Rettungswachen sowie mit den Krankenkassenverbänden und dem Landesverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften einigen. Der aktuelle Entwurf des Rettungsdienstbedarfsplans stellt nun erstmals fest, dass in der Stadt Kaarst ein RTW "rund um die Uhr" vorgehalten werden muss. Dafür sprechen die Einsatzzahlen.

Im städtischen Bereich liegt die Hilfsfrist, innerhalb derer ein Rettungswagen am Einsatzort sein muss, bei acht Minuten. Von den im Jahr 2013 gefahrenen 7155 Einsätzen der beiden in der Wache Neuss-Nord stationierten RTW entfallen 2403 Einsätze auf das Stadtgebiet Kaarst und davon 1421 Einsätze auf den städtischen Bereich von Kaarst. Der durchschnittliche Hilfsfristerreichungsgrad lag im ländlichen Bereich zwischen 93 und 96 Prozent, im städtischen dagegen nur zwischen 76 und 80 Prozent.

Wird die Rettungswache neben der Kaarster Feuerwache gebaut, bleibt der Rettungsdienst selbst in den Händen der Stadt Neuss. Die Stadt Kaarst würde das Gebäude errichten und an Neuss vermieten. Christian Gaumitz, Bürgermeisterkandidat des Fünferbündnisses, schlägt vor, im Anbau weitere in Kaarst tätige Hilfsorganisationen, etwa das Deutsche Rote Kreuz, das derzeit nicht zentral und adäquat untergebracht sei, unterzubringen. Bürgermeister Franz-Josef Moormann gibt zu bedenken, dass für 2016 kaum finanzieller Spielraum für die Übernahme zusätzlicher freiwilliger Aufgaben besteht.

(juha)
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