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Kaarst
Wegekreuze sollen restauriert werden

Kaarst: Wegekreuze sollen restauriert werden
FOTO: "Tinter, Anja (ati)"
Kaarst. Ein gutes Dutzend zumeist steinerne Zeugen der Frömmigkeit gibt es in Kaarst. CDU und Zentrum wollen alle Wegekreuze und Bildstöcke sanieren und mit Info-Tafeln versehen. Eines der ältesten Stücke stammt aus dem Jahr 1835. Von Rudolf Barnholt

Wegekreuze und Bildstöcke sind sichtbare Zeugnisse für den tiefen Glauben der Menschen in Zeiten, als Katastrophen wie Missernten, Unwetter oder Krankheiten unmittelbar auf ihr Leben einwirkten. Im Kaarster Stadtgebiet gibt es rund 15 dieser stummen und zumeist steinernen Zeugen einer so längst nicht mehr existierenden Frömmigkeit. CDU und Zentrumspartei brachten jetzt Anträge im Kulturausschuss ein. Sie sollen dem Erhalt dieser Denkmale dienen und dazu beitragen, dass die Bevölkerung über die Bedeutung und die Historie besser informiert wird.

Bereits im April hatte die Zentrumspartei folgendes beklagt: "Bisher haben es die politisch Verantwortlichen leider nicht für nötig befunden, den Aspekt des Denkmalschutzes einer unserer kulturell-christlichen Wurzeln zu pflegen und genügend Beachtung zu schenken." Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung damals, eine Übersicht über die Wegekreuze und Bildstöcke zu erstellen und auch den Zustand zu beurteilen. Diese Ergebnisse liegen jetzt vor.

"Das Türkenkreuz befindet sich nach der Restaurierung zu Beginn diesen Jahres in einem sehr guten Zustand, die anderen Wegekreuze beziehungsweise Bildstöcke sind in einem guten bis befriedigenden Zustand", lautet die Einschätzung der Verwaltung. Aus ihrer Sicht müssen jedoch die Bildstöcke an der L 154/Struckslindenweg und an der Alte Heerstraße/Fasanenweg sowie das Wegekreuz Büdericher Straße/Halestraße restauriert werden.

Empfohlen, heißt es, werden bei allen drei Objekten eine substanzschonende Reinigung und ein Abdichten der Fugen, damit kein Wasser in das Innere des Steins eindringen kann sowie eine Erneuerung von brüchigen Fugen. Über die Gesamtkosten können noch keine Angaben gemacht werden, fest steht derzeit nur, dass 2000 Euro im Haushalt zur Verfügung stehen.

Die CDU brachte jetzt ebenfalls einen Antrag ein: "Alle Wegekreuze und Bildstöcke sollen mit einer kleinen Info-Tafel versehen werden", erklärte Sven Ladeck. So erführen die Bürger beispielsweise, warum das Wegekreuz an der Alte Heerstraße/Eichendorffstraße Türkenkreuz heißt.

Auf der Tafel könnte stehen, dass es nach der Familie Türken benannt wurde, die ein kleines Anwesen im Broicherdorf besaß und die das Kreuz betreute. Und dass das jetzige Kreuz 1916 von Anton und Michael Küppers errichtet wurde - und damit bald 100 Jahre alt wird.

Heinrich Leßmann (CDU) erinnerte daran, dass das restaurationsbedürftige Wegekreuz Büdericher Straße/Halestraße eines der ältesten ist. Es stammt aus dem Jahr 1835, das Vorgängerkreuz war an derselben Stelle bereits 1445 errichtet worden. Dort wurde einst für eine gute Ernte gebetet.

Der Kulturausschuss griff die Ideen aus den Anträgen aus. Über Kosten, die über die vorhandenen 2000 Euro hinausgehen, wird im Rahmen der anstehenden Haushaltsberatungen zu sprechen sein. Claudia Köppe (Grüne) regte Gespräche mit den Schützenbruderschaften an - mit dem Ziel eines noch stärkeren Engagements für die Bildstöcke und Wegekreuze. Kulturdezernent Sebastian Semmler stellte Gespräche mit den Schützen in Aussicht. "Einen Entwurf für die von der CDU beantragten Informationsplakette werden wir im nächsten Kulturausschuss vorstellen", versprach Semmler.

Reimer Schubert (CDU) macht sich Sorgen um das Ehrenmal auf dem Luisenplatz in Büttgen: "Es bedarf dringend einer Überholung", sagte er. Claudia Köppe berichtete von einer Begehung: "Tiefbauamtsleiter Jan Opial hat bei der Gelegenheit zugesagt, das Problem mit den losen Steinen lösen zu lassen."

Quelle: NGZ
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