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Kaarst
Wie Kinder und Jugendliche in Steinen Figuren entdecken

Kaarst. "Heute schreiben wir Steingeschichte" - mit dem Ziel werden aus acht großen Steinen Drachen, Gesichter oder andere Fantasiewesen, die dem Betrachter ihre eigene Geschichte erzählen können. Fünf Tage lang leitet Hanna Brinkmann den Steinbildhauerkursus der VHS, finanziert vom NRW-Projekt Kulturrucksack, für acht Kinder. Von Sophie Rhine

"Viele haben direkt was in ihrem Stein gesehen und wollten das ausarbeiten, manche haben erstmal drauflosgeklopft", erzählt Hanna Brinkmann. Die Arbeit an den Steinen ist nicht einfach, auch wenn die lockere Atmosphäre mit Radiomusik das vielleicht vermuten lässt. "Es braucht viel Anleitung, damit die Kinder nicht das Gefühl haben, es tut sich nichts und die Frustgrenze überschritten wird."

Das scheint zu klappen. "Man sieht hier immer direkt, was man schafft", sagt Jenni Taube, und auch Jerome Oertel, der aus einer Bildhauer-Familie kommt, findet: "Man kommt immer weiter und sieht das auch." Aus seinem Stein macht er einen Drachenkopf. Auch Jan-Philip Hansemann hat ein Gesicht in seinem Stein, aber nicht von einem Drachen: "Ich bin gerade dabei, Hörner oben drauf zu machen", erzählt er. Geplant war das nicht: "Das hat sich so ergeben. Man guckt sich den Stein ja an und überlegt, was man aus der Form machen könnte."

Doch die Steine sind laut Hanna Brinkmann nur der Rahmen für den Kursus: "Es geht nicht nur ums Kloppen, die Kinder müssen sowohl selbstständig arbeiten als auch einander helfen und gemeinsam Wege finden, um etwa die Steine zu transportieren. Es hat sich eine tolle Gruppe entwickelt, obwohl jeder eigentlich für sich arbeitet", sagt die Steinbildhauerin.

Das Steinfieber hat auf jeden Fall alle gepackt. Im Takt der Musik hämmern, kloppen und schleifen die acht jungen Steinbildhauer fleißig und haben sichtlich Spaß - obwohl die meisten vorher kaum was mit Steinen zu tun hatten und einfach nur "irgendwas machen" wollten. So freut sich Larissa schon darauf, ihren Stein als Erinnerung mitnehmen zu können. Allerdings hatten die ersten Teilnehmer schon am zweiten Tag Blasen an den Händen von der Klopperei - da tut die tägliche gemeinsame Mittagspause mit Melone und Holunderwasser erst recht gut.

Quelle: NGZ
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