| 00.00 Uhr

Kaarst
Wird in Kaarst zuviel Kabarett geboten?

Kaarst: Wird in Kaarst zuviel Kabarett geboten?
Auch der Comedian Bernhard Hoecker wird im kommenden Jahr in Kaarst auf der Bühne stehen. FOTO: 7punkt7
Kaarst. Im Kulturausschuss gab es diesmal eine intensive Diskussion über das Kleinkunstprogramm des kommenden Jahres. Von Rudolf Barnholt

Eigentlich ist die Zustimmung des Kulturausschusses zum Kabarettprogramm des folgenden Jahres traditionell eine reine Formsache. Doch diesmal war das anders. Da wurde angeregt, das Programm zu straffen, da wurde kritisiert, dass es Veranstaltungen während des Kaarster Schützenfestes geben soll, eine Bürgerin beklagte den schlechten Zustand des Albert-Einstein-Forums und speziell die unbequemen Stühle. Das alles konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kleinkunstfreunde im nächsten Jahr wieder voll und ganz auf ihre Kosten kommen werden.

"Es ist bekannt, dass es bequemere Sitzgelegenheiten gibt", antwortete Kulturdezernent Sebastian Semmler auf die Anfrage der Bürgerin. Und er gab zu verstehen, dass das Forum in der ersten Hälfte des Jahres 2019 umfassend modernisiert werden soll. Semmler erklärte, dass während der Modernisierungsphase der Spielbetrieb wohl zum Georg-Büchner-Gymnasium verlagert werde. Dort finden aber nicht so viele Besucher Platz wie im Albert-Einstein-Forum. Das Auslieferungslager von Ikea ist als temporäre Alternative offenbar nicht mehr im Gespräch. Auf diesem Grundstück soll ja eine Privatklinik für psychisch Kranke entstehen.

Dagmar Treger (CDU) zeigte sich unzufrieden: "Wir können das Programm jetzt nur abnicken, aber wir können jetzt nicht mehr sagen, ob wir einen Künstler beziehungsweise eine Gruppe wollen oder nicht." Semmler wies darauf hin, wie schwierig es sei, Künstler auszuwählen, einen passenden Termin zu finden und fragte. "Wollen Sie sich das wirklich antun?" Sven Ladeck (CDU) erinnerte daran, dass am 8. und 9. Juni 2018 das Kaarster Schützenfest gefeiert wird und kritisierte, dass dann Thomas Freitag und Max Utthof auftreten sollen. Kulturbereichsleiter Dieter Güsgen kam den Schützen entgegen: Die Freitags-Vorstellung mit Thomas Freitag solle zwar bleiben, weil der Vertrag bereits unterschrieben ist, aber bezüglich des Auftritts von Max Utthof machte er einen Rückzieher. Er fand das schade, denn: "Mein Kollege Elmar Spinnen hatte es endlich geschafft, Utthof zu verpflichten."

Rund 60 Veranstaltungen sind für das kommende Jahr vorgesehen - für Hanno Wilsch (FDP) einfach zu viel. Sein Credo: "Wir sollten etwas weniger anbieten." Güsgen erklärte, dass die Zahl der Veranstaltungen im Jahr 2018 bereits um zehn reduziert worden sei, während der Umbauphase des Albert-Einstein-Forums werde es zu weiteren Reduzierungen des Angebotes kommen. Gegen weniger Kleinkunsttermine sprachen sich Claudia Köppe (Die Grünen) und Monika Hartings (SPD) aus. Hartings bezeichnete die Erfolgsreihe als "absolutes Highlight" und Köppe gab zu verstehen, dass sie der Kulturverwaltung bei der Zusammenstellung des Programms voll und ganz vertraue, sie sprach von einer "erfolgreichen Arbeit".

Im kommenden Jahr feiert das Kaarster Kabarett- und Kleinkunstprogramm übrigens sein 30-jähriges Bestehen. Kleinkunstfreunde können sich für 2018 unter anderem auf Ingo Appelt, Jörg Knör, Bernhard Hoecker, Bläck Fööss, Christoph Sieber, Ko(m)mödchen, Springmaus, Herbert Knebel, Konrad Beikircher freuen.

Quelle: NGZ
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Kaarst: Wird in Kaarst zuviel Kabarett geboten?


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.