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Kaarst
Wohnhaus der Lebenshilfe feiert 20-jähriges Bestehen

Kaarst. Die Einrichtung lud 400 Gäste und Heimbewohner zum runden Geburtstag ins Vorster Schützenzelt.

Dass die Vorster Schützen dem Wohnhaus Vorst der Lebenshilfe ihr Festzelt überlassen haben, ist ein Zeichen dafür, wie sehr die Menschen mit geistiger Behinderung im Ort akzeptiert werden. Das Wohnhaus Vorst gibt es jetzt seit genau 20 Jahren - Anlass genug, um mit rund 400 Gästen ausgelassen zu feiern. "Es ist normal, verschieden zu sein", war auf vielen Aufklebern zu lesen.

Wer sie kennt, weiß, dass die Menschen, die im Wohnhaus Vorst der Lebenshilfe betreut werden, so verschieden gar nicht sind. Sie tanzen ebenso gerne wie Menschen ohne Handicap, lieben die Musik aus ganzem Herzen. Der Karaoke-Teil war deshalb einer der Höhepunkte des Abends: "Es geht mir gut, merci Cheri", sang Iris Lorke, und Stefan Küsters begeisterte als Demis Roussos. Im Lebenshilfe-Chor sangen Menschen mit und ohne Behinderung. Die Bundesschützenkapelle Neuss spielte mit 30 Musikern auf, Franz-Josef Backes, Kassenprüfer beim Förderverein Wohnhaus Vorst, machte einen guten Job als Moderator. Auf der Bühne fiel eine riesige "20" ins Auge, sie bestand aus unzähligen Fotos, die die Bewohner bei ihren vielen Aktivitäten zeigen.

Zauberer Christoph hatte Luftballons zu lustigem Kopfschmuck geformt. "Jung-Freischütz", die Regimentsfahnenkompanie und "Gut Schuss" bedienten unter anderem das Schützenkönigshaus - und Karin Ahlert, Witwe des verstorbenen früheren Vorster Brudermeisters Manfred Ahlert, der den Förderverein gegründet hat und zu den regelmäßigen Besuchern im Haus der Lebenshilfe gehörte.

"Die Menschen mit Behinderung gehören zu Vorst, sie wohnen zwar etwas außerhalb, sind aber in der Mitte der Gesellschaft längst angekommen", erklärte Bürgermeister Franz-Josef Moormann. Ingrid Lipgens, seit sieben Jahren Leiterin der Einrichtung, machte deutlich, dass das Jubiläumshaus kein "Auslaufmodell" sei, auch wenn für die Zukunft neue Wohnformen denkbar sind. Bevor es solche Einrichtungen wie das Haus der Lebenshilfe gab, hätten die geistig behinderten Menschen so lange es möglich war bei ihren Eltern gelebt.

Heute leben im Haus 30 Bewohner - drei von ihnen schon von Anfang an. Aber es gibt auch drei Mitarbeiter der ersten Stunde: Giuseppe Caputo, Martina Steinberger und Ingrid Lipgens. Zum Schluss gab es für alle Besucher ein kleines Geschenk: Ein Lebkuchenherz mit der Zuckerguss-Aufschrift "20 Jahre Wohnhaus Vorst der Lebenshilfe".

(barni)
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