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Kaarst
So rollt der XXL-Transporter durch die Region

Schwertransport in Kaarst
Kaarst. Der mehrtägige Zwischenstopp des XXL-Transporters auf der Neersener Straße in Kaarst ist beendet. Am Mittwoch wurde der zweite 472 Tonnen schwere Transformator umgeladen. Die Reise des Giganten geht über Meerbusch und Lörick weiter nach Niedersachsen. Von Christian Kandzorra

Die Neersener Straße in Kaarst ist bald wieder frei, der Schwertransport zweier riesiger Strom-Transformatoren soll in der Nacht fortgesetzt werden. Mittwochnachmittag stellten die Fachkräfte der Schwertransport-Unternehmen Baumann und Kahl die Weichen für den Weitertransport – und luden den letzten 472 Tonnen schweren Trafo von einem 108 Meter langen Spezial-Wagen auf ein deutlich kürzeres Gespann, um im weiteren Streckenverlauf auch engere Kurven passieren zu können. Am frühen Donnerstagmorgen überquert der gesamte Transport die Autobahn 52 auf Höhe der Anschlussstelle Kaarst-Nord. Die Autobahn muss für einige Minuten in beide Fahrtrichtungen gesperrt werden. Der Trafo-Transport zählt zu den schwersten, die jemals durch das Kaarster Stadtgebiet rollten.

Warum war ein Zwischenstopp auf der Neersener Straße nötig?

XXL-Transport aus der Vogelperspektive FOTO: Christoph Reichwein

Beide Trafos wurden der Reihe nach auf einer Landstraße bei Kleinenbroich von einem 50 Meter langen Transporter mit 20 Achslinien auf eine 108 Meter lange, sogenannte Scherenhubbrücke mit 44 Achsen verladen. Ziel war es, die Brücke über der S-Bahnlinie Neuss-Mönchengladbach durch das besser verteilte Gewicht (ein Trafo wiegt immerhin so viel wie ein voll beladener Jumbojet) zu schonen. In Kaarst wurde die Verladung wieder rückgängig gemacht, um im weiteren Verlauf "die Kurven zu kriegen".

Wie wurden die Trafos umgeladen?

Panne bei Schwertransport durch Kaarst FOTO: Kandzorra, Christian

Sowohl in Kaarst als auch in Kleinenbroich wurden Hubgerüste mit jeweils acht Hydraulik-Zylindern und einer Tragkraft von 720 Tonnen aufgestellt. Sie blockierten an beiden Orten die komplette Fahrbahn. "Wir befestigen 84 Millimeter dicke Stahlseile an vier speziellen Aufhänge-Tellern am Transformator. Das Hubgerüst fährt dann hoch – und der Trafo hängt in der Luft. So können wir ihn auf den anderen Transporter verladen", erklärte Montageleiter Uwe Rieger, der  für die Verladung des zweiten Trafos die Verantwortung trug.

Wo sollen die Trafos hin?

Die beiden 472 Tonnen schweren Transformatoren rollten vergangene Woche Donnerstag bei der Firma General Electric Grid Solutions in Rheydt vom Hof. Sie sollen Mitte Dezember im niedersächsischen Ort Dörpen ankommen und dort ab Ende 2016 Stromspannung aus einem Offshore-Windpark in der Nordsee auf die richtige Voltzahl transformieren, so dass sie ins Stromnetz des Festlandes eingespeist werden kann. Jetzt fährt der Schwertransport weiter zur Rhein-Natorampe in Düsseldorf-Lörick, wo beide Trafos auf ein Ponton verladen werden sollen. Die insgesamt 681 Kilometer lange Reise führt über den Rhein, durch Holland und schließlich über die Ems nach Niedersachsen.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Die grobe Planung sieht laut Polizei folgendermaßen aus: Der Transporter fährt am Donnerstag nach Willich. In der Nacht zu Freitag geht es nach Meerbusch. In der Nacht zu Samstag rollt der Gigant dann weiter nach Düsseldorf-Lörick. 

Wer verfolgte das Spektakel?

Gerade in Kaarst standen viele Neugierige am Straßenrand und verfolgten die Umlade-Aktion, an der etwa 20 Schwerlast-Experten beteiligt waren. "Ich habe selbst 35 Jahre lang bei einer Spedition gearbeitet. Ich hatte damals aber überwiegend mit Seecontainern zu tun. Dieser Transport hat schon eine andere Dimension. Die Technik fasziniert mich", erzählte Rosi Hirsing aus Kaarst, die beim Walken zufällig auf den XXL-Transport aufmerksam wurde. Auch Karl Josef Hebben schaute aufmerksam zu, als der zweite Trafo Mittwochmittag um 13.15 Uhr losgelöst von der roten Scherenhubbrücke in der Luft hing und auf den kürzeren 20-Achser verladen wurde. "Das wollte ich mir nicht entgehen lassen."

Ein Video über den XXL-Transporter finden Sie hier.

Bilder aus der Vogelperspektive gibt es hier.

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