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Alfons Höckmann vollendet sein 80. Lebensjahr
Zäsur für den Grandseigneur des Boulevard-Theaters

Alfons Höckmann vollendet sein 80. Lebensjahr. Er liebt das Leben und die Menschen lieben ihn. Alfons Höckmann, der Grandseigneur des Boulevard-Theaters in Deutschland, vollendet am Montag sein 80. Lebensjahr. Als Prinzipal der "Komödie" an der Steinstraße hat er Theatergeschichte in Düsseldorf geschrieben, hat seinen Lebensmittelpunkt in der Landeshauptstadt. Erholung und Entspannung findet er aber seit Jahrzehnten in seinem Heim in Kaarst. Alfons Höckmann

Dort ist er auch in seinen Freundeskreis fest eingebunden. Sonntag Abend feierten über 250 geladene Gäste, darunter Düsseldorfs OB Joachim Erwin, in den runden Geburtstag hinein. Gezeigt wurde "Cyrano aus Buffalo" von Ken Ludwig mit dem Hausherren in der Hauptrolle, der sich die Rolle des Theaterchefs auf den Leib gesucht und diese für diesen Anlass pointiert hat. Im Stück und im wahren Leben geht es darum, dass der Chef sein Theater in jüngere Hände legt. So wird der Geburtstag nicht zum Abschied, wohl aber zur Zäsur.

Mit der letzten Vorstellung des "Cyrano aus Buffalo" fällt Ende Juni nach 35 Jahren der Vorhang hinter der Ära Höckmann. Mit dem Wechsel übernimmt das Team Helmuth Fuschl und Paul Haizmann, Theatermacher aus der Wiener Szene, das Kommando an der Steinstraße. Höckmann wird künftig einmal pro Spielzeit Regie führen, aber nicht mehr Intendant sein. Begonnen hat alles 1968. Damals übernahm Höckmann gemeinsam mit seiner Frau und Kollegin Ingrid Braut die Komödie.

Inge Braut verstarb 2001. Heute ist er mit Ilse Serra verheiratet, die aus der Modebranche stammt, und ihm auch als Theatermacherin zur Seite steht. Der Geburtstag schien ihm der ideale Termin, um in die zweite Reihe zu treten: "Mit einem weinenden Auge wird das schon geschehen, aber auch mit einem lachenden. Die Verträge sind perfekt, ich fühle mich jetzt leichter."

Das Theater und die Rollen haben ihn jung gehalten. Auch mit 80 spielt er nicht den Opa, der mit Hörgerät im Ohrensessel dem Treiben der Enkel zusieht, sondern den (seiten-)springenden Ehemann, den jugendlichen Liebhaber. In Shorts steht er auf der Bühne, katapultiert sich mit austrainierten Beinen hinters Sofa. Eine akrobatische Leistung, die wesentlich Jüngeren nur schwerlich glücken würde, ohne sich zu verletzen.

Als Chef des freien Boulevard-Theaters kämpfte er stets um die Überlebenssicherung. Im "Cyrano" dokumentiert er diesen Kampf mit Witz. Die Nachmittagsvorstellung soll ausfallen. Das Stichwort "Das kannst Du nicht machen, denk an Deine Fans", kontert der Theaterchef: "Kein Problem, Du rufst den einen an und ich den anderen." In Kaarst ist Alfons Höckmann über den Rotary Club im gesellschaftlichen Leben verankert.

Er gehörte 1984 zu dessen Gründern und brachte den Rotariern in und um Kaarst durch sein Engagement die Liebe zum Theater näher: In Vorträgen rezitiert Shakespeare, gelernt bei Saladin Schmitt in Bochum, und Goethe, er bittet zu Matinees und zu Generalproben in die Komödie. Dabei hat er, der Mann von Welt, die Nähe zu Kaarst nie verloren.

Im Vorjahr führte er gekonnt durch das Benefizkonzert im Forum des Albert-Einstein-Gymnasiums, dessen Erlös Rotary, der Lions- und der Probus Club den drei Gymnasien in Kaarst und Korschenbroich zur Verfügung stellten. Als Prinzipal a.D. bleibt ihm künftig mehr Zeit, zum Beispiel zum Reisen und zur Regeneration in seinem Domizil in Kaarst. Ludger Baten

Quelle: NGZ
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