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Kaarst
Zum Festakt erscheint Albert Einstein selbst

Kaarst: Zum Festakt erscheint Albert Einstein selbst
Zum Jubiläums-Festakt "ihrer" Schule waren auch die früheren Direktoren erschienen, darunter der erste Schulleiter, Hermann Dederichs (96, Mitte). FOTO: ATI
Kaarst. Mit originellen Ideen, viel Humor und (unechter) Torte beging das älteste Kaarster Gymnasium sein 50-jähriges Bestehen. In der Feierstunde war aber auch Raum für einige kritische Töne. Von Rudolf Barnholt

Ein volles Albert-Einstein-Forum ist fast schon normal. Am Dienstagabend ging es jedoch nicht um scharfzüngige Kleinkünstler, da wurde das 50-jährige Bestehen der Schule gefeiert. Mit dabei: der erste Schulleiter, Hermann Dederichs - er ist stolze 96 Jahre alt.

Manchmal dürfte es den Besuchern vorgekommen sein, als hätten sie im Kulturamt eine Eintrittskarte gekauft: Es gab Musik - dafür sorgten die AEG-Singers, die Jazzband und das Orchester -, die Tanz-AG gab eine Kostprobe ihres Könnens - und da war auch ein Running Gag: Lehrerin Ursula Pukies eilte immer wieder mit einer - künstlichen - Torte Richtung Bühne, wurde immer wieder von Schulleiter Bruno von Berg zurückgewiesen. Später schafften sie und die Torte es doch auf die Bühne, gemeinsam mit ihrem Kollegen Gottfried Priwitzer ließ sie auf sehr unterhaltsame Art die Vergangenheit Revue passieren. Da wurde auch leise Kritik laut. Zum Beispiel daran, dass das Forum als Stadthalle genutzt werde und zu Schulzwecken nur eingeschränkt zur Verfügung stehe. Vor allem aber ließen die beiden "Veteranen" humoristisch verbrämt die "gute alte Zeit" wieder lebendig werden: "Früher gab es alle 15 Jahre zwei Neuanstellungen, heute geht es hier zu wie im Taubenschlag."

Die zuständige Dezernentin bei der Bezirksregierung Düsseldorf, Karin Abts-Job, nahm mit, wie die Schulpolitik des Landes in Kaarst beurteilt wird: "Sie ist ein Kapitel für sich, da könnten wir Romane schreiben." Ursula Pukies "beklagte" sich, dass das Kollegium heute "völlig überjüngt und überschwängert" sei, und sieht die Stunde kommen, wo ihr eine Schülerin mitteilt, ihre Großmutter sei bereits von ihr unterrichtet worden. Ihr Rat an die Schule: "Mach' mal weiter so, AEG, notfalls auch ohne uns."

Die Liste der Gäste, die Schulleiter von Berg begrüßte, war lang. Die gesamte Verwaltungsspitze war zur Feierstunde gekommen, ebenso wie der frühere Schuldezernent Heinz Dieter Vogt und die Leiterin des Kreis-Schulamtes, Elke Stirken. Neben dem früheren Schulleiter Hermann Dederichs waren auch seine Nachfolger Wilhelm Bösgens und Brigitte Brinkmann mit dabei. Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus erinnerte an die Anfänge: "Es begann an der Halestraße, das jetzige Schulgebäude wurde erst drei Jahre später, 1969, bezogen." Acht Jahre später sei dann noch das Georg-Büchner-Gymnasium hinzugekommen. Die Bürgermeisterin hob hervor, dass die Schüler Kinder von Flüchtlingsfamilien sehr gut aufgenommen hätten. Die Schülervertretung zeigte wenig später einen Film, der das pralle Leben an dem Kaarster Gymnasium widerspiegelte. Dann ein Überraschungsbesuch: Albert Einstein betrat die Bühne - er wurde von Nils Stenger verkörpert. Mit drei anderen Mitgliedern der Schulpflegschaft, Inga Muth, Heike Loosen und Marcel Finger, rief er die Ideale des Namensgebers in Erinnerung. Ein Beispiel: "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn das Wissen ist begrenzt." Die Besucher erfuhren, dass die Schule beinahe Heinrich-Heine-Gymnasium geheißen hätte und dass in den 1970er Jahren rund 1.450 Schüler aufs AEG gingen - aktuell sind es rund 950. Übrigens: Zum Jubiläum ist eine ausführliche Festschrift erschienen.

Quelle: NGZ
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