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Kamp-Lintfort
103 Hunde warten auf neue Besitzer

Kamp-Lintfort: 103 Hunde warten auf neue Besitzer
Beate Mühlenberg (rechts) und ihre Kollegin Nadine Förster von der Kamp-Lintforter Tierherberge kümmern sich liebevoll um die ehemals verwahrlosten Hunde, denen es aber schon viel besser geht. FOTO: Stoffel, Arnulf (ast)
Kamp-Lintfort. Vor einem Monat hat die Tierherberge Kamp-Lintfort viele verwahrloste Tiere aufgenommen. Jetzt geht es den Vierbeinern schon viel besser. Wer einen davon aufnehmen möchte, kann sich bewerben. Von Jutta Langhoff

So ein quirliges Hundegewusel gab es in der Kamp-Lintforter Tierherberge Am Drehmannshof bisher noch nie. 103 kleine Malteserhunde und Yorkshire Terrier warten dort zurzeit auf ein neues Zuhause. Sie und 170 weitere Hunde, die jetzt in Wesel und Straelen untergebracht sind, waren vor knapp einem Monat völlig verwahrlost im Haus einer verantwortungslosen Züchterin in Schermbeck gefunden und beschlagnahmt worden.

"Die Hunde waren zwar nicht unternährt, aber ansonsten in einem wirklich erbärmlichen Zustand", erinnert sich die Kamp-Lintforter Tierheimleiterin Beate Mühlenberg. "Ihre Felle waren durchweg dreckig, verfilzt und teilweise voller eingetrockneter Kotreste. Viele hatten entzündete Zähne, vereiterte Augen und offene Hautexzeme. Bei einem waren die Krallen so lang, dass sie schon Korkenzieher bildeten." Inzwischen geht es den Tieren sehr viel besser. Sie wurden tierärztlich versorgt, einer sorgfältigen Fellpflege unterzogen und können jetzt langsam, Schritt für Schritt in neue, liebevollere Hände vermittelt werden.

Die Kamp-Lintforter Tierherberge hat dafür einen umfangreichen Fragebogen ins Internet gestellt, auf der Bewerber ihre Wünsche bezüglich Alter und Geschlecht des Tieres nennen können, gleichzeitig aber auch Angaben zu ihren Wohn- und Familienverhältnissen, sowie zu ihrer beruflichen Situation machen sollen. 80 ausgefüllte Fragebögen sind bereits eingegangen. "Wir wollen die Hunde ja nicht irgendwo unterbringen. Das muss schon passen", erklärt Beate Mühlenberg. Mitte April sollen alle Fragenbogen ausgewertet sein. Erst dann erfolgt das persönliche Kennenlernen. Dabei darf der Bewerber auch gerne mehrmals kommen, um sein Wunschtier schon mal etwas näher kennen zu lernen.

Bei 103 Tieren, die noch dazu alle fast gleich aussehen, dürfte die Wahl allerdings nicht einfach werden. Deswegen vorab ein paar wichtige Informationen für alle echten Interessenten. Bis auf sechs sind alle aus der Schermbecker Beschlagnahmung in Kamp-Lintfort zur Vermittlung anstehenden Hunde weiblich und älter als fünf Monate. Bei einigen konnte aufgrund ihrer bisherigen schlechten Zahnversorgung das Alter nicht genau festgestellt werden. Es gibt nur zwei kleine Welpen. Die meisten Tiere sind bisher weder stubenrein noch haben sie eine spezielle Hundeausbildung genossen. Das heißt, auch die älteren brauchen anfangs eine sehr intensive Betreuung und etwas Geduld. Nach Aussage von Tierheimleiterin Mühlenberg sind Malteser und Yorkshire aber ansonsten "pflegleicht, freundlich, quirlig, neugierig und sehr gesellig mit anderen Hunden".

Wie alle in der Kamp-Lintforter Tierherberge vorhandenen Hunde werden auch die kleinen Neulinge vor der Abgabe entwurmt, geimpft und kastriert. Letzteres soll vermeiden, dass sie erneut wieder dubiosen Züchtern in die Hände fallen. Darüber hinaus müssen sich die neuen Besitzer in einem Übernahmevertrag mit unangemeldeten Kontrollbesuchen einverstanden erklären. Für Beate Mühlenberg und ihr Kollegenteam ist es sehr wichtig, dass eventuelle Bewerber schon im Vorfeld möglichst genau über die Hunde selber und deren Vermittlungsbedingungen informiert sind. Auf diese Weise hoffen sie, die zum Teil noch sehr scheuen Tiere vor zu vielen, lediglich schaulustigen Besuchern zu bewahren.

Quelle: RP
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