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Kamp-Lintfort
20 Mieter suchen noch neue Wohnungen

Kamp-Lintfort: 20 Mieter suchen noch neue Wohnungen
Elke Stüning, Leiterin der Dienstelle Kamp-Lintfort der Grafschafter Diakonie, vor einem der Hochhäuser, die abgerissen werden sollen. FOTO: creich
Kamp-Lintfort. Aufschub für die Bewohner der Bunten Riesen: Die Stadt Kamp-Lintfort hat den Vertrag mit der Grafschafter Diakonie bis zum 30. September verlängert. Die Hilfe für die Mieter, die ausziehen müssen, läuft weiter. Von Anja Katzke

Die Mitarbeiter der Grafschafter Diakonie, Dienststelle Kamp-Lintfort, haben Zeit gewonnen: Die Stadt hat den Begleitungsvertrag mit der Einrichtung um drei Monate verlängert. Zeit, die nötig ist, um den verbliebenen Bewohnern der Bunten Riesen zu helfen, eine neue Wohnung zu finden. Es bestehen noch 20 Mietverhältnisse. "Es sind vor allem ältere Alleinstehende, wenige Ehepaare und zwei Familien", berichtet Elke Stüning, Leiterin der Diakonie-Dienststelle in Kamp-Lintfort, die das Projekt seit einem Jahr begleitet. Seit Juli 2015 gelang es, mehr als 60 Mietparteien in neue Wohnungen zu vermitteln. Die Stimmung in den Häusern sei zuversichtlich, berichtet Stüning. Es sei aber auch Frustration zu spüren. "Die Leute kennen ja die Situation und wollen ausziehen. Es ist nur schwierig, etwas auf dem Wohnungsmarkt zu finden."

Im Herbst soll die Neugestaltung des Rathausquartieres mit dem Abriss des Parkhauses an der Markgrafenstraße beginnen. Abriss und Umbau werden sukzessive in den kommenden Jahren bis 2019 fortgesetzt. Die Stadt hatte die Bunten Riesen im März 2015 ersteigert. Für die Menschen, die in den Hochhäusern leben, wurde ein Sozialplan erstellt. Dazu gehört unter anderem auch die Übernahme der Umzugskosten durch die Stadt. Doch der Wohnraum ist auch in Kamp-Lintfort knapp. Die meisten freien Wohnungen seien entweder zu groß und zu teuer. "Oder sie liegen in den Außenbezirken. Viele der älteren Bewohner sind aber nicht mehr mobil, fühlen sich in den Hochhäusern wohl, weil sie zentral liegen. In einem kleinen Radius ist alles zu erreichen: Post, Rathaus, Wochenmarkt", erklärt Elke Stüning. Auch ein Umzug in eine andere Stadt käme für die meisten Mieter nicht in Frage. "Es gab einige, die die Situation zum Anlass genommen haben, zu den Kindern zu ziehen. Eine Frau zog es nach Tschechien, eine andere nach Oberhausen. Das sind aber Einzelfälle." Eigentlich wäre der Begleitungsvertrag der Stadt mit der Grafschafter Diakonie bereits Ende Juni ausgelaufen. Stadt und Diakonie beschlossen die Verlängerung des Vertrages bis zum 30. September. Die Mitarbeiter der Grafschafter Diakonie, die beiden Soziapädagoginnen Susanna Schreiner und Anja Oppermann, arbeiten eng mit Stadtverwaltung, Sozialamt sowie Jobcenter zusammen. Sie unterstützen die Bewohner bei Behördengängen, wissen Rat, wenn es um Themen wie Wohnbeihilfe, Wohnberechtigungsschein und Transferleistungen geht, begleiten sie auch zu Wohnungsbesichtigungen.

Elke Stüning lobt die Zusammenarbeit mit den Behörden, die "sehr beweglich" seien. Als problematisch erweise es sich in der jetzigen Situation aber, dass in den vergangenen Jahren kaum noch öffentlich geförderte Wohnraum geschaffen worden sei. "Dafür gibt es jetzt die Quittung", sagt Elke Stüning. In Kamp-Lintfort sind zwar einige Projekte angedacht, so plant unter anderem die Grafschaft Moers im Rahmen des geförderten Wohnungsbaus den Bau von Wohnungen für Geflüchtete und Menschen mit geringen Einkommen. Bis zur Realisierung wird jedoch Zeit ins Land gehen. Und so durchforsten die Mitarbeiter der Diakonie aktuell das Internet und Zeitungen nach freien Wohnungen. "Wir haben einen guten Kontakt zu privaten Vermietern", betont Elke Stüning. "Sie sind unsere Joker."

Im August steht ein Termin mit der Stadtverwaltung an. Dann soll die noch offene Frage geklärt werden, wie man den Mietern helfen kann, die bis zum 30. September keine Wohnung finden.

Quelle: RP
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