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Kamp-Lintfort
Ab morgen: Fotografien zeigen die urbanen Schönheiten

Kamp-Lintfort. René Roeterink hat einen Blick für diese verlassenen Orte, an denen die meisten Passanten gedankenlos vorübergehen: Er sieht das verrottete grüne Auto im Buschwerk abgestellt, die Bunker an der wunderschönen Küste der Normandie und die urbanen Schönheiten in den Großstädten. Und er weiß sie in Szene zu setzen. Ab morgen zeigt der Fotograf in der Westlichen Orangerie des Terrassengartens seine private Fotografie: die Einbild-Geschichten, die "Einsamen Gesellen", den Freizeitstress und die Gezeiten. Der Künstler aus Bocholt hat einen Bezug zu Kamp-Lintfort: Er studierte bis 2015 an der hiesigen Fakultät Kommunikation und Umwelt der Hochschule Rhein-Waal Information und Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Fotografie und schloss das Studium als Jahrgangsbester ab. Beruflich hat er sich mit einer Werbeagentur selbstständig gemacht. Von Anja Katzke

Die Fotografie ist privat wie beruflich seine Leidenschaft. Deshalb ist die Kamera immer dabei: Urbane Räume faszinieren ihn, die Architektur ebenso wie die Industriekultur in der Region. Viele seine Fotografien wirken wie aus einer anderen Zeit. Das Foto, das den wuseligen Alexanderplatz in Berlin zeigt, scheint ein Dokument aus den 1970er Jahren zu sein. Entstanden ist es aber vor nicht zu langer Zeit.

Dieser Retro-Charakter findet sich in vielen der Arbeiten des Bocholters. Und das ist so gewollt. Dabei nutzt er die Möglichkeiten, die ihm die Kamera bietet. "Ich verfremde und inszeniere nicht, sondern fotografiere das, was ich sehe", betont René Roeterink. Es ist oft die Realität selbst, die dem Fotografen das Surreale gleich mit anbietet. Die Bunker, die er in der Normandie entdeckte, passen von ganz alleine nicht in die idyllische Szenerie von Feld, Wiesen und Küste. Der Bildträger war ihm hier sehr wichtig: "Es sollte eine schlichte und glatte Oberfläche sein, die die Tiefe und die Farben noch deutlicher herausarbeitet", erklärt der Fotograf.

Viele der Fotos, die in der Westlichen Orangerie ausgestellt sind, sind aus der Situation heraus entstanden. Roeterink erzählt aber auch Bildgeschichten, die sich anhand der Gegenstände und dem Zusammenspiel aller Elemente lesen lassen. Die Ausstellung "Retrospektive" läuft bis zum 10. Juli.

Quelle: RP
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