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Kamp-Lintfort
Abgeordnete werben für Bahnanschluss

Kamp-Lintfort: Abgeordnete werben für Bahnanschluss
Rene Schneider, Christoph Landscheidt, Siegmund Ehrmann (stehend v.li.), Hans-Ulrich Krüger, Sabine Weiss, Marie Luise Fasse und Ibrahim Yetim. FOTO: crw
Kamp-Lintfort. Sechs Politiker aus Bund und Land machen sich dafür stark, dass Kamp-Lintfort den Zuschlag für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2020 und für die Realisierung der Niederrheinbahn mit Bahnhof auf dem Zechenareal bekommt. Von Anja Katzke

Seit Jahren bemüht sich die Stadt Kamp-Lintfort um Anschluss an den Öffentlichen Zugverkehr. Nachdem Bund und Land sich im September über die Höhe der Regionalisierungsmittel geeinigt hatten, unternimmt Kamp-Lintfort einen erneuten Vorstoß - mit prominenter Unterstützung von insgesamt sechs Bundestags- und Landtagsabgeordneten aus der Region. Sabine Weiss (CDU), Siegmund Ehrmann, Hans-Ulrich Krüger (beide SPD), Marie-Luise Fasse (CDU), René Schneider und Ibrahim Yetim (beide SPD) wollen sich parteiübergreifend für die Kamp-Lintforter Belange stark machen. Sie unterschrieben gestern im Rathaus eine gemeinsame Erklärung, mit der sie die Bewerbung um die Landesgartenschau und die Gespräche der Stadt mit dem Landesverkehrsministerium und dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr über die schon seit langem angepeilte Aktivierung der Niederrheinbahn von Duisburg über Moers in die Hochschul- und Klosterstadt unterstützen wollen.

FOTO: RP

Beide Projekte sind wichtig, um die vom Strukturwandel arg gebeutelte Stadt nach vorne zu bringen. Aufgrund der Schließung des Bergwerks West liegt nun im Herzen der Stadt eine 40 Hektar große Fläche brach, die als ein neues Stadtquartier mit Wohnen und Gewerbe entwickelt werden muss. Aus Sicht der Stadt wäre die Ausrichtung der Landesgartenschau ein Katalysator für diese Entwicklung. Eng verknüpft mit der Hoffnung der Stadt auf einen Zuschlag für die Gartenschau ist auch das wichtige Thema Bahnanschluss: "Kamp-Lintfort ist die einzige Hochschulstadt, die keinen Bahnhof hat", betonte gestern Bürgermeister Christoph Landscheidt.

Dass die Stadt Kamp-Lintfort aktuell große Anstrengungen unternimmt, wird auch in den Nachbarkommunen wahrgenommen: "Ich bin mit dem Herzen dabei", betonte der Moerser SPD-Bundestagsabgeordnet Siegmund Ehrmann. "Die Stadt ergreift eine wichtige Initiative, die eine unglaubliche Ausstrahlung auf die Region haben wird." So sieht es auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Sabine Weiss. "Kamp-Lintfort ist mitten im Strukturwandel, und es ist sehr spannend, was hier passiert. Die Stadt steht auch für das Zusammenleben von Menschen aus vielen Ländern."

Auch die CDU-Landtagsabgeordnete Marie-Luise Fasse möchte gemeinsam mit den SPD-Abgeordneten Ibrahim Yetim und René Schneider im Landtag für das Kamp-Lintforter Vorhaben werben: "Der Standort braucht einen Bahnanschluss." Der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Ulrich Krüger verwies gestern auf die vielen jungen Studenten in der Stadt, die "zurecht eine vernünftige Infrastruktur fordern. Und jetzt gibt es ausreichend finanzielle Mittel, um diese Bahnverbindung mit relative günstigen Investitionen zu realisieren." Bundesweit stehen Regionalisierungsmittel von insgesamt acht Milliarden Euro zur Verfügung.

Die Stadt Kamp-Lintfort geht von Investitionskosten von acht Millionen Euro und zusätzlichen jährlichen Kosten von etwa 750.000 Euro aus, mit denen der Zugverkehr subventioniert werden müsste. Sie hält dem aber täglich 3000 Fahrgastbewegungen entgegen. Jetzt gilt es, Land und VRR zu überzeugen.

Die rote Streckenführung auf der Grafik zeigt, welchen Weg ein Zug von Duisburg nach Kamp-Lintfort nehmen könnte. Ebenfalls im Gespräch ist die dunkelgrau unterlegte Verbindung von Krefeld nach Neukirchen-Vluyn.

Quelle: RP
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